Politik

Verdienter CDU-PolitikerEx-Postminister Christian Schwarz-Schilling ist tot

07.04.2026, 10:59 Uhr
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Der CDU-Politiker Christian Schwarz-Schilling, Bundesminister a.D. für Post-und Fernmeldewesen, bei einer Geburtstagsfeier im Oktober 2022 in München. (Foto: picture alliance/dpa)

Kanzler Helmut Kohl ernannte Christian Schwarz-Schilling 1982 zum Postminister. Der CDU-Politiker war für die Trennung von Post, Postbank und Telekom verantwortlich. Zudem machte er sich stark für die Einführung des Kabelfernsehens. Nun ist er im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der ehemalige Bundespostminister Christian Schwarz-Schilling ist tot. Er starb im Alter von 95 Jahren, wie die CDU Hessen mitteilte. Er sei am Ostermontag im Kreise seiner Familie im hessischen Büdingen gestorben, teilte der hessische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Brand mit, ein langjähriger Freund des Verstorbenen. Schwarz-Schilling war von 1982 bis 1992 Minister für Post und Telekommunikation, lange Zeit Bundestagsabgeordneter und später Hoher Repräsentant für Bosnien und Herzegowina.

Schwarz-Schilling wurde am 19. November 1930 in Innsbruck als Sohn eines Komponisten und einer Pianistin geboren wurde. Selbst an Klavier und Orgel versiert, studierte er nach dem Abitur in Berlin Geschichte und Sinologie, begann dann eine Banklehre und heiratete in eine Unternehmerfamilie im hessischen Büdingen ein. 

Mit 30 Jahren trat er der CDU bei und profilierte sich im betont konservativen hessischen Landesverband als liberales Gegengewicht sowie als Fachmann für neue Medien. Seinen Kampf für die Durchsetzung des privaten Rundfunks führte Schwarz-Schilling von 1976 an als Bundestagsabgeordneter und nach dem Ende der sozial-liberalen Koalition im Jahr 1982 als Minister für Post und Fernmeldewesen. In einem jahrelangen Reformprozess stellte er die Weichen für die Privatisierung von Post und Telekom, was ihm auch viel Kritik und den Vorwurf der Verquickung privater und dienstlicher Interessen eintrug.

Kritik an deutscher Haltung zu Jugoslawien

Schwarz-Schilling sah deshalb seinen Rückhalt beim damaligen Kanzler Helmut Kohl schwinden. Gleichzeitig erbitterte ihn, was er als Tatenlosigkeit der deutschen Politik angesichts des Bürgerkriegs im zerfallenden Jugoslawien empfand und provozierte so Ende 1992 seine Entlassung.

Im Bundestag verlegte sich der Ex-Minister dann auf Auswärtige Angelegenheiten, Menschenrechte und humanitäre Hilfe und erwarb sich auf häufigen Balkan-Reisen internationalen Respekt. Im April 1995 wurde er offiziell zum Streitschlichter für Bosnien-Herzegowina berufen. Auf diesem Posten regelte er insbesondere die Rückkehr von Bürgerkriegsflüchtlingen. Als Krönung seines Einsatzes im früheren Jugoslawien wurde er Ende 2005 zum Hohen Repräsentanten der Vereinten Nationen in Bosnien-Herzegowina ernannt. Wenig später wurde er zudem Bosnien-Beauftragter der EU.

Die Spannungen zwischen Muslimen, Kroaten und Serben konnte Schwarz-Schilling jedoch nicht völlig beilegen. Ursprünglich hatte der Posten des Hohen Repräsentanten mit dem Ablauf seiner Amtszeit aufgelöst werden sollen. Doch die Staatengemeinschaft sah sich gezwungen, das Mandat zu verlängern. Mitte 2007 übergab Schwarz-Schilling sein Amt an den slowakischen Diplomaten Miroslav Lajcák. Für seinen Einsatz im Balkan-Konflikt erhielt er Ende 2007 den renommierten Hessischen Friedenspreis.

Quelle: ntv.de, gut/dpa

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