Politik

Ingesamt 230 Störer Verfahren gegen Gauck-Pöbler eingeleitet

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Gegen zwei Pöbler wurden Strafverfahren eingeleitet.

(Foto: dpa)

Auf dem Deutschen Wandertag schallen Bundespräsident Gauck Sprechchöre wie "Hau ab" und "Volksverräter" entgegen. Ein Demonstrant versucht, einen Gegenstand auf das Staatsoberhaupt zu werfen. Die Attacken bleiben nicht ungesühnt.

Nach den Pöbeleien gegen Bundespräsident Joachim Gauck am Sonntag in Sebnitz sind gegen zwei Beteiligte Strafverfahren eingeleitet worden. Wie die Polizeidirektion Dresden mitteilte, wird gegen einen 30 Jahre alten Mann ermittelt. Ihm werde versuchte gefährliche Körperverletzung, Widerstand, Verstoß gegen das Waffengesetz und das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen.

Laut Polizei trug der 30-Jährige ein Messer bei sich und soll versucht haben, eine Art Broschüre in Richtung Gauck zu werfen. Der Mann machte aus seiner rechtsextremen Gesinnung kein Hehl - er hatte ein Hakenkreuz auf den Rücken tätowiert. Ein zweites Verfahren wegen Widerstandes richtet sich gegen eine andere Person, von der die Polizei in Dresden aber zunächst noch keine Personalien hatte.

Gauck war am Sonntag als Gast des Deutschen Wandertages in Sebnitz verbal attackiert worden. Die Polizei bezifferte die Gruppe der Störer am Rathaus auf 50 und auf dem Marktplatz auf etwa 180 Personen. Sie hatten Sprechchöre skandiert, darunter "Hau ab" und "Volksverräter". In diesem Fall ermittelt die Polizei noch wegen Beleidigung.

Beamte setzten Pfefferspray ein

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben eine Gasse für Gauck gebildet, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem sächsischen Ministerpräsidenten und CDU-Politiker Stanislaw Tillich begleitet wurde. Auf einem bei Youtube verbreiteten Video ist zu sehen, wie Polizisten den 30-Jährigen aus der Menge zerren. Dabei setzten Beamte auch Pfefferspray ein. Ein unbeteiliger Passant geriet in den Sprühnebel. Der Geschädigte habe sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet, hieß es.

Von neun Demonstranten wurden die Personalien festgestellt. Die Polizei sprach fünf Platzverweise aus. Bereits am Sonntagmorgen hatten Beamte an verschiedenen Eisenbahnbrücken Plakate festgestellt, die sich gegen Gauck richteten. Eine rechtliche Wertung stehe noch aus, hieß es.

Bereits im März war der Bundespräsident bei einem Besuch in Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert.

Quelle: n-tv.de, kpi/dpa

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