Politik

Unglück jährt sich zum ersten Mal Video zeigt rauchendes Wrack von Flug MH17

Auch ein Jahr nach dem Absturz von Flug MH17 über der Ostukraine sind die Umstände der Katastrophe noch immer unklar. Nun taucht ein Video auf, in dem offenbar das Wrack kurz nach dem Abschuss sowie prorussische Separatisten am Unglücksort zu sehen sind.

Ein australisches Medienhaus hat ein Jahr nach dem Abschuss des Passagierflugzeuges MH17 über der Ostukraine ein Video veröffentlicht, das offenbar prorussische Separatisten kurz nach dem Absturz an der Unglücksstelle zeigt. Sie könne das Material nicht verifizieren, sagte die australische Außenministerin Julie Bishop bei der Einweihung eines Denkmals für die Verstorbenen in Canberra. "Ich habe das Material gesehen, es ist widerlich, das anzuschauen."

Auf dem Video sind brennende Wrackteile sowie Koffer zu sehen. "News Corp Australia" hat die Stellen, auf denen Leichen zu sehen sein sollen, unkenntlich gemacht. Separatisten sollen zu hören sein, wie sie telefonieren. Sie berichten demnach Gesprächspartnern, dass es sich um ein ziviles Flugzeug handele und die Toten Ausländer seien. "Wer hat ihnen erlaubt, durch diesen (Luft)korridor zu fliegen?", fragt einer laut Übersetzung. Einige öffnen Rucksäcke, ziehen Kleidung heraus und nehmen elektronische Geräte in Augenschein.

Die Maschine der Malaysia Airlines war am 17. Juli auf dem Weg von Amsterdam nach Kuala Lumpur, als sie über dem umkämpften Gebiet der Ostukraine abstürzte. Die meisten der 298 Todesopfer waren Niederländer, auch vier Deutsche kostete die Tragödie das Leben. Die ukrainische Regierung und der Westen vermuten prorussische Rebellen hinter dem Abschuss. Moskau sieht die Verantwortung bei Kiew.

Forderungen nach internationalem Tribunal

Zum Jahrestag des Abschusses der Boeing 777 hat Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier eine "lückenlose Aufklärung" verlangt. "Diejenigen, die direkt oder indirekt verantwortlich für den Absturz von Flug MH17 sind, müssen zur Rechenschaft gezogen werden", erklärte Steinmeier. Gewaltakte, die die Sicherheit der zivilen Luftfahrt gefährden, seien "schwerwiegende Verstöße gegen internationale Vereinbarungen über Frieden und Sicherheit".

Auch die britische Regierung forderte Gerechtigkeit für die "298 Unschuldigen, die ihr Leben verloren haben". Außenminister Philip Hammond hat deshalb wie zuvor die Niederlande die Einsetzung eines internationalen Tribunals zur Aufklärung der Hintergründe des Abschusses und zur Strafverfolgung der Verantwortlichen gefordert. Dazu sei ein internationales Tribunal erforderlich, das sich auf eine UN-Resolution stütze. Andernfalls würde den Opfern das Recht auf Gerechtigkeit genommen. Das dürfe "nicht hingenommen werden", erklärte Hammond.

Quelle: ntv.de, cri/dpa/AFP

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