Politik

Bombenattentat in Afghanistan Vizepräsident Saleh entkommt Anschlag

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Amrullah Saleh ist ein entschiedener Gegner der Taliban und anderer islamistischer Gruppen.

(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Vor dem geplanten Beginn afghanischer Friedensgespräche kommt es in der Hauptstadt Kabul zu einem Bombenanschlag. Mehrere Menschen sterben. Ziel ist Vizepräsident Amrullah Saleh. Es war nicht der erste Mordversuch.

Afghanistans Vizepräsident Amrullah Saleh hat einen Mordanschlag in der Hauptstadt Kabul überlebt. "Eine Autobombe ist auf der Straße explodiert, an der der Vizepräsident vorbeifuhr", sagte Salehs Berater Homajun Ahmadi. Er sei nicht verletzt worden. Nach Angaben des afghanischen Innenministeriums sind zudem mindestens zwei Menschen getötet und zwölf weitere verletzt worden. Selbst Kilometer vom Anschlagsort entfernt war noch eine Rauchwolke zu sehen. "Dieser Terroranschlag ist fehlgeschlagen, und Saleh ist sicher und wohlauf", sagte der Sprecher des Vizepräsidenten, Raswan Murad.

Der Anschlag erfolgte vor dem geplanten Beginn innerafghanischer Friedensgespräche, die in Katar abgehalten werden sollen. Noch immer gibt es kein Datum für die Gespräche zwischen den islamistischen Taliban und der Regierung.

Saleh ist ein scharfer Kritiker der radikalislamischen Taliban. Etwa vor einem Jahr hatten mehrere Angreifer bereits einen schweren Anschlag auf das Büro seiner Partei "Afghanistan Green Trend" verübt, bei dem 20 Menschen getötet und etwa 50 verletzt wurden. Das Attentat passierte nur wenige Stunden nach dem offiziellen Wahlkampfauftakt von Saleh, der damals noch Vizepräsidentschaftskandidat war.

Bereits in den vergangenen Monaten wurden Politiker, Aktivisten und Religionsvertreter gezielt angegriffen oder getötet. Experten sehen dahinter den Versuch, Afghanistans Zivilgesellschaft vor den geplanten Friedensverhandlungen einzuschüchtern und zu schwächen. Die Drahtzieher der gezielten Attentate bleiben in der Regel im Verborgenen.

Quelle: ntv.de, joh/AFP/dpa