Politik

1000 Yanomami schwer erkrankt Völkermord-Verdacht gegen Bolsonaros Ex-Regierung

392636180.jpg

Brasiliens ehemaliger Präsident Javier Bolsonaro befürwortete die Ausbeutung der indigenen Gebiete.

(Foto: picture alliance/dpa/AP)

Artikel anhören
Diese Audioversion wurde mit Sprachproben unserer Moderatoren künstlich generiert.
Wir freuen uns über Ihr Feedback zu diesem Angebot.

Massenweise Kinder des Volkes der Yanomami sollen in den letzten Jahren in Brasilien an Unterernährung gestorben sein. In den letzten Tagen wurden zudem über 1000 Menschen mit schweren Erkrankungen aus dem indigenen Gebiet geholt. Behörden haben die ehemalige Regierung von Jair Bolsonaro im Visier.

Angesichts einer humanitären Krise beim indigenen Volk der Yanomami hat Brasiliens Bundespolizei eine Untersuchung unter anderem wegen des Verdachts auf Völkermord, Umweltverbrechen und unterlassener Hilfeleistung eingeleitet. Die Ermittlungen wurden auf Beschluss des Justizministeriums aufgenommen, wie es in einer Mitteilung der Polizei hieß. Demnach soll geprüft werden, ob Mitglieder der früheren Regierung von Ex-Präsident Jair Bolsonaro oder illegale Goldsucher für die Not der Yanomami verantwortlich sind.

Mehr als 1000 Yanomami mit schweren gesundheitlichen Problemen wie Unterernährung und Malaria wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums in den vergangenen Tagen aus dem indigenen Gebiet gebracht und behandelt. Zuvor hatte die aktuelle Regierung unter Bolsonaros Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva den Gesundheitsnotstand bei den Yanomami ausgerufen. Deren Territorium in den Bundesstaaten Roraima und Amazonas ist mit fast zehn Millionen Hektar eines der größten Schutzgebiete für Indigene in Brasilien. Mehr als 30.000 Yanomami leben dort.

Mehr zum Thema

Ex-Präsident Bolsonaro befürwortete die Ausbeutung des Amazonasgebiets und wollte den Goldabbau in indigenen Gebieten erlauben. Goldgräber nutzen Quecksilber, um Gold auszulösen und verschmutzen dabei das Wasser. In den vergangenen Jahren starben der Nachrichtenagentur "Agência Brasil" zufolge 570 Yanomami-Kinder an den Folgen von Unterernährung.

Lula hatte nach einer Reise zu dem indigenen Volk eine neue Politik und Maßnahmen gegen Unterernährung angekündigt sowie 54 Beamte der Indigenen-Behörde Funai und des Gesundheitsministeriums entlassen.

Quelle: ntv.de, rog/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen