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Nach umstrittenen Münster-Tweets Von Storch entschuldigt sich - und stichelt

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Beatrix von Storch hat einen Fehler gemacht, wie sie sagt.

(Foto: picture alliance / Gregor Fische)

Die Empörung ist parteiübergreifend riesig, als AfD-Politikerin Beatrix von Storch kurz nach der Amokfahrt von Münster suggeriert, es handele sich bei dem Täter um einen Flüchtling. Sogar AfD-Chef Meuthen distanziert sich. Nun rudert von Storch zurück.

Nach ihrem umstrittenen Tweet zur Amokfahrt in Münster hat AfD-Politikerin Beatrix von Storch einen Fehler eingeräumt. "Ich habe mit meinem Tweet zu Münster einen Fehler gemacht und das tut mir leid", schrieb von Storch auf ihrer Facebook-Seite. "Wie Millionen Deutsche ging ich davon aus, dass es sich um einen islamischen Anschlag gehandelt hat." Sie habe "falschen Verdacht zur Unzeit geäußert, bevor die Fakten bestätigt waren".

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Die AfD-Bundestagsabgeordnete hatte unmittelbar nach den ersten Meldungen über die Amokfahrt bei Twitter nahegelegt, ein Flüchtling sei für die Tat verantwortlich. Später legte sie nach, der Täter sei ein "Nachahmer" islamistischer Gewalttäter. Schon zuvor war von Storch wiederholt durch umstrittene Tweets aufgefallen. Für ihren Beitrag zu Münster war sie parteiübergreifend kritisiert worden - auch vom AfD-Vorsitzenden Jörg Meuthen. "Ich bin kein Freund von Schnellschüssen in solchen Fällen", hatte er der FAZ gesagt.

Am heftigsten war von Storch von der CSU kritisiert worden - CSU-Generalsekretär Markus Blume hatte gar den Rücktritt der stellvertretenden Fraktionschefin der AfD im Bundestag gefordert. Nun ruderte von Storch zurück - auch wenn sie ihre Agenda erneut verteidigte. Es sei falsch gewesen, davon auszugehen, "dass eine dieser Zeitbomben hochgegangen" sei, als die Lage noch nicht klar gewesen sei, schrieb sie mit Blick auf islamistische Gefährder.

Von Storch greift erneut Merkel an

Zudem schickte von Storch einen neuerlichen Giftpfeil in Richtung der Kanzlerin. Sie wolle "nie wie Angela Merkel sein, die ihre Fehler nicht zugibt", schrieb die AfD-Politikerin in ihrer Erklärung und verwies auf die Flüchtlingspolitik. Solange Merkel "IHRE Fehler" nicht eingestehe und daraus politische Konsequenzen ziehe, müsse man jederzeit mit einem Anschlag in Deutschland rechnen.

Der als psychisch labil eingestufte Amokfahrer Jens R. hatte am Samstag einen Campingbus in eine Menschengruppe vor einer Gaststätte in Münster gesteuert. Nach der Todesfahrt erschoss sich der 48-jährige Deutsche in dem Fahrzeug. Nach Erkenntnissen der Ermittler handelte der Täter eindeutig in Suizidabsicht.

Quelle: n-tv.de, jug/AFP

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