Politik

Kritik aus der Waffenindustrie Deutschland hat nur Munition für ein bis zwei Tage Krieg

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In Altheim bei Walldürn wurde kürzlich ein Munitionslager reaktiviert - samt feierlicher Wiedereröffnung. Laut der Wehrbeauftragten bräuchte es noch viele mehr.

(Foto: picture alliance/dpa)

Sollte Deutschland unmittelbar in einen Krieg verstrickt werden, dann könnte der Bundeswehr sehr schnell die Munition ausgehen. Von maximal zwei Tagen bis zur Munitionsflaute gehen einige Experten aus. Die Industrie bemängelt, dass Deutschland abgebe, aber nicht nachproduzieren lasse.

Im Kriegsfall würde der Bundeswehr einem Medienbericht zufolge innerhalb von maximal zwei Tagen die Munition ausgehen. Das berichtet das Magazin "Business Insider" unter Verweis auf übereinstimmende Angaben von Vertretern der Rüstungsindustrie, Experten und Verteidigungspolitikern im Bundestag. "Wir bräuchten allein 20 Milliarden Euro zusätzlich für die Munitionsbeschaffung", sagte Eva Högl, Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, dem Magazin.

Auch gebe es nicht genügend Munitionslager, sagte Högl weiter. "Hier braucht es noch eine große Kraftanstrengung." Die Bundesregierung hatte im Zuge des Kriegs in der Ukraine ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr auf den Weg gebracht. Munition soll laut "Business Insider" jedoch aus dem laufenden Verteidigungshaushalt bezahlt werden, nicht aus dem Sondervermögen.

Vertreter der Rüstungsindustrie kritisierten das Vorgehen des Bundesverteidigungsministeriums. Dieses sei auf Angebote der Industrie, schneller und mehr zu produzieren, nicht eingegangen. "Natürlich wird sich diese Situationsbeschreibung nicht verbessern, wenn Munition aus Beständen der Bundeswehr abgegeben wird und nicht zugleich entsprechende Aufträge an die Industrie vergeben werden", sagte Hans Christoph Atzpodien, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV) gegenüber "Business Insider".

Dem Magazin zufolge hinkt Deutschland mit seinem Munitionsvorrat weit hinter seinen Verpflichtungen hinterher. Laut einer NATO-Vorgabe sollen die Reserven mindestens 30 Tage halten, heißt es in dem Bericht.

(Dieser Artikel wurde am Samstag, 08. Oktober 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, mpe/AFP

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