Andrang an den UrnenWahlbeteiligung in Sachsen-Anhalt ist deutlich höher als 2021
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt über die Landesgrenzen hinaus für Aufsehen: Erstmals könnte die AfD einen Ministerpräsidenten stellen. Die Bedeutung der Abstimmung scheint den Menschen bewusst. Sie beteiligen sich rege an dem womöglich historischen Urnengang.
Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich eine deutlich höhere Wahlbeteiligung als bei der letzten Wahl vor fünf Jahren ab. Laut der Landeswahlleiterin gaben bis 12 Uhr bereits 34,72 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab. Bei der Landtagswahl 2021 lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 22,4 Prozent. Am Ende betrug die Wahlbeteiligung damals 60,3 Prozent, darunter auch Briefwähler.
In Sachsen-Anhalt sind knapp 1,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren wahlberechtigt. Die 2130 Wahllokale im Land haben noch bis 18 Uhr geöffnet. Auch Briefwahlunterlagen können bis dahin noch vor Ort abgegeben werden.
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Erste Prognosen werden kurz nach der Schließung der Wahllokale erwartet. Mit ersten Zwischenergebnissen für die Wahlkreise wird ab 19 Uhr gerechnet. Das vorläufige Endergebnis soll laut der Landeswahlleiterin in der Nacht bzw. am frühen Montagmorgen feststehen. Sie spricht bisher von einer "reibungslosen Abwicklung des Wahlgeschäftes". Es gebe "keine unverhältnismäßigen Wartezeiten".
Mit der hohen Wahlbeteiligung scheint ein Wunsch von Ministerpräsident und CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze in Erfüllung zu gehen. Er sagte nach seiner Stimmabgabe in Magdeburg, dass er auf eine hohe Wahlbeteiligung hoffe.
Schulzes Kontrahent Ulrich Siegmund von der AfD hatte in dessen Heimat Tangermünde im Norden von Sachsen-Anhalt gewählt. Dort hatten viele Anhängerinnen und Anhänger auf ihn gewartet. Bei Schulzes Stimmabgabe waren deutlich weniger Menschen vor Ort, die meisten von ihnen Vertreterinnen und Vertreter der Presse.
Siegmund dürfte die Wahl deutlich gewinnen. Der AfD-Spitzenkandidat peilt 45 Prozent der Stimmen plus X an, um anschließend ohne Koalitionspartner regieren zu können. Dieses Ziel hatte er nach seinem Urnengang noch einmal ausgerufen. Falls er die absolute Mehrheit verfehlt, will er sich im neuen Landtag nicht zur Wahl des Ministerpräsidenten stellen. Siegmund schließt jede Koalition mit anderen Parteien aus.
