Politik

Neue Details werden bekannt Wann radikalisierte sich der Elite-Soldat?

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Für die KSK haben sich rund 1400 Soldaten verpflichtet.

(Foto: dpa)

Rechtsextremisten in der Spezialeinheit, eklatante Missstände und Vergehen in der Truppe: Die Probleme der Spezialeinheit der Bundeswehr mehren sich. Nun wird bekannt, wann sich der zuletzt als Extremist eingestufte KSK-Mann radikalisierte. Über die Zukunft der Einheit soll Anfang Juli entschieden werden.

Der kürzlich als Islamist enttarnte Elitesoldat des Kommandos Spezialkräfte (KSK) hat sich laut einem Medienbericht nach einem Auslandseinsatz im westafrikanischen Mali radikalisiert. Dort sei er vor seiner Verwendung bei den Spezialkräften eingesetzt worden, berichtet die "Welt am Sonntag".

Kurz darauf sei er durch Äußerungen aufgefallen, in denen er etwa andere Soldaten als "Gläubige" oder "Ungläubige" bezeichnete. Der Soldat wurde inzwischen aus der Bundeswehr entlassen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist der Mann bereits im vergangenen Jahr aufgefallen, wurde dann vom Militärischen Abschirmdienst (MAD) in die Kategorie "Rot" als Extremist eingeordnet und Anfang 2020 nach einem gerichtlichen Disziplinarverfahren entlassen. Zuerst hatten die "Süddeutsche Zeitung" und der WDR darüber berichtet.

2019: Vier Islamisten in der Bundeswehr

Islamisten in der Bundeswehr waren in der Vergangenheit eher selten. 2019 enttarnte der MAD insgesamt vier Fälle. In den vergangenen Jahren war das KSK immer wieder wegen rechtsextremistischer Vorfälle in die Schlagzeilen geraten. Dem im baden-württembergischen Calw stationierten Kommando Spezialkräfte gehören etwa 1400 Kommandosoldaten und Unterstützungskräfte an. Jeder, der sich für einen Posten in der Spezialeinheit bewirbt, muss vorher eine Reihe von Sicherheitsprüfungen durchlaufen.

Wie es mit der Spezialeinheit der Bundeswehr weitergehen wird, soll sich Anfang Juli entscheiden. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will bis dahin einen Untersuchungsbericht über die Spezialeinheit vorlegen.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa