Politik

Daten und Grafiken zur Rente Was sich hinter dem "Rentenniveau" verbirgt

Die Schere zwischen Jung und Alt klafft immer weiter auseinander: Dennoch soll das sogenannte Rentenniveau laut Kabinettsbeschluss bis 2025 stabil bleiben. Was heißt das für Beitragszahler? Und was für Rentner?

Die Einigung steht: Die Bundesregierung hat das am Vorabend bei einem nächtlichen Spitzentreffen im Kanzleramt vereinbarte Rentenpaket per Kabinettsbeschluss auf den Weg gebracht. Kernpunkt der Einigung ist die Stabilisierung der gesetzlichen Altersvorsorge bis weit in das kommende Jahrzehnt hinein.

*Datenschutz

Das von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil vorbereitete Rentenpaket sieht künftig eine "doppelte Haltelinie" vor. Das Rentenniveau - eine jährlich neu ermittelte Kennziffer zur Entwicklung der Renten - soll demnach bis 2025 auf dem heutigen Stand von 48 Prozent gehalten werden. Zugleich soll die Belastung der Beitragszahler begrenzt werden: Die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sollen bis dahin nicht über 20 Prozent steigen. Derzeit liegen sie bei 18,6 Prozent.

"Wir haben es geschafft, das gemeinsam hinzukriegen", erklärte Heil mit Blick auf die Ergebnisse des Treffens. "Die Koalition ist handlungsfähig, das zeigen wir beim Thema Rente, das zeigen wir am Arbeitsmarkt." Das Rentenpaket sieht außerdem Verbesserungen bei der Mütterrente sowie bei der Erwerbsminderungsrente vor. Vereinbart wurde unter anderem auch, den Arbeitslosenbeitrag zu Beginn des kommenden Jahres um 0,5 Prozentpunkte zu senken - und damit stärker als im Koalitionsvertrag vereinbart.

*Datenschutz

Mit der Stabilisierung des Rentenniveaus will sich die Bundesregierung gegen einen seit Jahren anhaltenden Trend stemmen. Denn spätestens seit 2011 klaffen Renten und Einkommen zunehmend auseinander. Die Altersbezüge hinken der starken Entwicklung bei Löhnen und Gehältern immer stärker hinterher, wie ein Blick auf die Daten zeigt. Das Rentenniveau sank von einem Spitzenwert bei 53,3 Prozent bis auf 47,7 Prozent im Jahr 2015 ab.

Zwei komplexe Kennzahlen beeinflussen die Entwicklung: Das Rentenniveau misst das Verhältnis zwischen Rente und Einkommen anhand statistischer Durchschnittswerte. Ausgewiesen wird die Höhe der theoretisch verfügbaren Standardrente in Prozent im Verhältnis zum jeweils aktuellen Durchschnittslohn. In den Berechnungen der beiden Ausgangswerte - Standardrente und Durchschnittsverdienst - werden Abzüge durch Sozialabgaben berücksichtigt, individuell anfallende Steuern jedoch nicht. Die zugrunde liegenden Daten werden jährlich ebenfalls neu berechnet.

*Datenschutz

Die Angaben zum Rentenniveau liefern allerdings nur eine grobe Orientierungsmarke in der politischen Debatte. Denn in der Praxis müssen viele der rund 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland mit einer sehr viel niedrigeren Rente auskommen. Bei der Berechnung der Standardrente zum Beispiel geht der Gesetzgeber von maximal erreichbaren 45 Jahren Beitragszahlung aus, in denen jeweils Beiträge in voller Höhe auf Basis des jeweils gültigen Durchschnittsverdienstes in die Rentenkasse flossen. Eine solch komfortable Ausgangslage dürften nur wenige Rentner erreichen.

Die vom Träger der gesetzlichen Rentenversicherung zur Verfügung gestellten Daten zeigen auch, dass sich Durchschnittsverdienst und Standardrente in den zurückliegenden Jahren verstärkt auseinanderbewegen. Die Einkommen steigen seit 2010 deutlich kräftiger als die Renten. Zuletzt lag das Rentenniveau (Stand: Oktober 2017) bei 48,1 Prozent. Neuere Daten werden im Herbst erwartet.

Derzeit beziehen in Deutschland rund 21 Millionen Menschen Rente. Die Zahl der Beitragszahler lag zuletzt bei etwa 54 Millionen. Die Renten sind in Deutschland auf Basis eines umlagefinanzierten Systems der gesetzlichen Altersvorsorge an die Entwicklung der Löhne gekoppelt. Bis zum Jahr 2024 will die Bundesregierung die Höhe der Renten in Ost und West vollständig angleichen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema