Politik

Die Tage danach Was wir derzeit über den Amoklauf wissen

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(Foto: dpa)

Angesichts der jüngsten Attentate in Nizza und Würzburg ist der erste Gedanke bei den meisten, die von der Bluttat aus München hören: schon wieder ein Terroranschlag. Doch der 18-Jährige, der in München neun Menschen erschossen hat, war ein Amokläufer. Hier eine Übersicht über die Ereignisse dieses Samstags.

Inzwischen werden die Umrisse des Amoklaufs in München sichtbar. Die Ermittler informieren regelmäßig über ihre jüngsten Erkenntnisse. Wie bereits in der Amok-Nacht tun sie das, ohne auf Spekulationen einzugehen. Schon am Freitagabend hatte es viel Lob für die Öffentlichkeitsarbeit der Münchner Polizei gegeben, vor allem für Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Die Polizei stuft die Tat als Amoklauf ein. Es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung zum Thema Flüchtlinge oder zur Terrormiliz Islamischer Staat, sagte Polizeipräsident Hubertus Andrä.

  • Hier unsere Zusammenfassung der ersten Pressekonferenz.
  • Bereits vor der Pressekonferenz hatte unsere Kollegin Solveig Bach aufgeschrieben, was dafür spricht, dass die Tat ein Amoklauf war.
  • Einen kurzen Text über den Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins finden Sie hier.
  • Hier können Sie nachlesen, was wir über den Amokläufer wissen. Er war Deutsch-Iraner und hatte offenbar psychische Probleme. Es gibt auch ein Video über ihn.
  • Die meisten seiner Opfer waren junge Leute ausländischer Herkunft. Mehr dazu hier.
  • Eine Zusammenfassung der schrecklichen Ereignisse vom Freitagabend finden Sie hier.
  • In der Amok-Nacht erwog die Bundesregierung auch den Einsatz der Bundeswehr im Inneren.
  • Die Polizei gibt ihre Erkenntnisse zur Waffe bekannt.

Eine Kollegin der Deutschen Presse-Agentur hat einen Text über Naim Zabergja geschrieben, der seinen Sohn bei dem Amoklauf verloren hat.

Während des Amoklaufs lieferte sich ein Anwohner einen Wortwechsel mit dem Täter. Den Film finden Sie hier und einen weiteren Text dazu hier.

Noch am Freitagabend war in sozialen Netzwerken kritisiert worden, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel sich nicht öffentlich geäußert hatte. Merkel war zum Zeitpunkt der Tat nicht im Kanzleramt, wohl aber in der Nähe. Mehr dazu hier.

Nach der Münchner Polizei trat der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer mit seinem Innenminister Joachim Herrmann vor die Presse. Seehofer war sichtlich bewegt. Er sagte einerseits, dass man mit schnellen Schlussfolgerungen vorsichtig sein müsse, kündigte aber bereits für die kommende Woche Initiativen der bayerischen Staatsregierung an.

Kurz nach 14.30 Uhr gab Merkel dann eine Erklärung ab. Sie sprach den Angehörigen ihr Beileid aus und äußerte sich auch zu dem Axtangriff von Würzburg, der im Gegensatz zur Bluttat von München ein Terroranschlag war. Offenbar wollte sie damit signalisieren, dass sie islamistisch motivierten Terrorismus keineswegs verharmlost.

Eine halbe Stunde später stellte sich Thomas de Maizière der Presse. Der Innenminister zeigte sich sichtbar erschüttert. "Wenn man sieht, wie viele Kinder und Jugendliche aus wie vielen unterschiedlichen Nationen unter den Opfern sind, zerreißt es einem schier das Herz", so der Politiker.

Im Nachgang beginnt nun die politische Debatte: Den Anfang finden Sie hier.

Quelle: n-tv.de, hvo