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Globaler Vertrag nötig Weber will Kampf gegen Plastikmüll forcieren

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In Deutschland sind Plastik-Trinkhalme inzwischen vielerorts verpönt. In vielen anderen Ländern sind sie weiterhin Standard, auch aus hygienischen Gründen.

(Foto: imago images / PicturePoint)

Trinkhalme oder Wegwerfbecher aus Kunststoff wird es ab 2021 in der EU nicht mehr zu kaufen geben. Doch das wird nicht ausreichen, um die Vermüllung der Meere aufzuhalten. EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber will ein weltweites Verbot von Einwegplastik voranbringen.

EVP-Spitzenkandidat Manfred Weber strebt für den Fall der Wahl zum neuen EU-Kommissionspräsidenten ein weltweites Verbot von Einweg-Kunststoffen an. "In der EU haben wir Einwegplastik gerade verboten. Aber das reicht nicht aus", sagte der CSU-Politiker der "Bild am Sonntag". "Wenn wir nicht schnell weltweit sehr entschieden gegen die  Vermüllung der Meere durch Plastik vorgehen, wird die nächste Generation immense Probleme bekommen. Ich werde einen globalen Vertrag zum Verbot von Einweg-Kunststoffen vorschlagen."

Daneben seien ein Abbau der Bürokratie und der Jugendarbeitslosigkeit in der EU zentrale Punkte seines Programms für die Europa-Wahl Ende Mai. Das Programm will er am Dienstag beim Wahlkampfauftakt des konservativen EU-Parteienverbunds EVP in Athen vorstellen.

Ein Fokus liegt auf dem Bürokratieabbau: Weber will der Zeitung zufolge 1000 Gesetze und Vorschriften abschaffen, die überflüssig seien und die Zahl der Beschäftigten in den EU-Institutionen auf den Prüfstand stellen. Künftig solle nach seinen Vorstellungen kein neues Gesetz verabschiedet werden, dass nicht einen Praxis-TÜV durch einen europäischen Normenkontrollrat bestanden habe. In der Kommission sei beim Thema Bürokratieabbau vom derzeitigen Präsidenten Jean-Claude Juncker und dem Sonderberater Edmund Stoiber ein Bewusstseinswandel angestoßen worden, sagte Weber dem Blatt. "Aber das reicht bei weitem nicht, die Bürger spüren davon noch zu wenig."

Auch den der Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit wolle er ins Zentrum der europäischen Politik rücken. "Es darf uns in Deutschland nicht kalt lassen, wenn im Süden des Kontinents eine verlorene Generation droht."

Weber ist derzeit Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP) im EU-Parlament. Er will nach der Europa-Wahl Juncker als Kommissionspräsident nachfolgen, der nicht mehr kandidiert. Die Amtszeit der Kommission endet am 31. Oktober.

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Quelle: n-tv.de, ino/rts

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