Politik

Blumen in der Parteizentrale Weil erinnert Schulz, wer der Wahlsieger ist

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An diesem Morgen wollen sehr viele Genossen mit aufs Bild mit dem Wahlsieger Weil.

(Foto: dpa)

Am Morgen nach der Wahl feiert die SPD ihren Wahlsieger Stephan Weil. Parteichef Schulz freut sich über Geschlossenheit und Disziplin der ganzen Partei. Weil dagegen sagt: Wir Niedersachsen wollten mal zeigen, wie man gewinnt.

Es ist Stephan Weil, der seinen Parteivorsitzenden Martin Schulz sanft darauf hinweist, dass der Wahlerfolg in Niedersachsen vor allem eine Leistung der Landes-SPD war. "Ich erlaube mir, das auch hier im Willy-Brand-Haus zu sagen: Ich bin als Landesvorsitzender stolz auf meinen Landesverband", sagt der Ministerpräsident. Zuvor hat Schulz den Wahlsieger überschwänglich gelobt, es gibt Blumen, die Gesichter der Genossen strahlen. Sehr viele Mitglieder des Parteivorstands wollen heute mit auf dem Foto sein, das Podium ist voll.

Die Bundes-SPD kann ihr Glück immer noch kaum fassen. Drei Wochen zuvor standen die Genossen vor dem Scherbenhaufen eines total vermasselten Bundestagswahlkampfs. Nun holt die Partei in Niedersachsen 36,9 Prozent. Ein Wert, den man eigentlich nicht mehr mit der 20-Prozent-Partei SPD in Verbindung bringt. Natürlich will die Bundes-SPD jetzt auch etwas damit zu tun haben.

Zwar verkneift sich Martin Schulz zu behaupten, er persönlich hätte zu dem unerwarteten Wahlsieg beigetragen. Doch er spricht von der "großen Geschlossenheit" und "Disziplin" nach der Bundestagswahl, von "Rahmenbedingungen für die Konzentration", die der Niedersachsen-SPD irgendwie auch geholfen haben sollen. Niedersachsen ist für Schulz ein "Zukunftszeichen". Die ganze Partei könne sich ein Beispiel nehmen an der (offenbar noch größeren) Geschlossenheit dort.

Stephan Weil aber mahnt: Er freue sich zwar, "ein ganz klein wenig gute Laune aus der norddeutschen Tiefebene nach Berlin gebracht" zu haben, zugleich betrachte niemand "dieses Wahlergebnis in Niedersachsen als Beruhigungspille". Der Wahlsieg sei eine Ermutigung, den Erneuerungsprozess anzugehen. Als bundespolitische Komponente sieht Weil die Erkenntnis, dass die SPD überhaupt noch Wahlen gewinnen kann, was bis vor kurzem nicht einmal die Genossen in Niedersachsen für möglich gehalten hatten. Eine weitere Spitze gegen Schulz legt er dann noch nach: Seine Landespartei sei von dem Gedanken getragen gewesen, "für die Bundes-SPD zu zeigen, wir können Wahlen gewinnen, wenn wir es richtig machen".

Die Rolle der Schulz-Rückenstärkerin übernimmt Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig. Für sie sei bereits vor drei Wochen am Abend der Niederlage bei der Bundestagswahl klar gewesen, dass Schulz Parteivorsitzender bleibe. "Und das bleibt jetzt auch so, erst recht nach dieser erfolgreichen Niedersachsenwahl." Es sei richtig gewesen, dass die SPD nach der Bundestagswahl die Niederlage klar eingestanden habe, "mit der Klarheit, in die Opposition zu gehen". Diese Klarheit habe sich nun ausgezahlt.

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Quelle: n-tv.de, mit rts

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