Politik
Welche Diesel-Modelle dürfen noch ins Stadtgebiet?
Welche Diesel-Modelle dürfen noch ins Stadtgebiet?(Foto: imago/Jörg Schüler)
Dienstag, 27. Februar 2018

Fünf Fragen zum Diesel-Verbot: Welche Fahrzeuge betroffen wären

Das Bundesverwaltungsgericht entscheidet, ob Fahrverbote für Diesel-Autos in Großstädten zulässig sind. Damit soll der Luftverschmutzung Einhalt geboten werden. Potenzielle Verbote könnten die 13 Millionen Diesel-Halter auch finanziell treffen.

Welche Diesel-Fahrzeuge wären betroffen?

Prinzipiell würde ein Fahrverbot im städtischen Raum alle Diesel mit einer Abgasnorm treffen, die älter als Euro 5 ist. Auch nachgerüstete Fahrzeuge wären betroffen, das hinge aber von den jeweilig gewünschten Luftverbesserungen ab.

Im Fahrzeugschein ist unter dem Punkt 14.1 die Abgasnorm vermerkt. Die letzten beiden Ziffern der vierstelligen Zahl entsprechen der jeweiligen Euro-Zuordnung.

  • Die Nummernfolge von 44 bis 61 fällt unter die Abgasnorm Euro 3.
  • Euro 4 umfasst die Zahlen 62 bis 75.
  • Die Norm Euro 5 besteht aus 35AO bis einschließlich 35MO.
  • Ausnahmen vom Fahrverbot würde es sicher für Einsatzkräfte sowie Notärzte und Pflegedienste geben.

Wären moderne Diesel-Autos vom Verbot ausgenommen?

Selbst Euro-6-Diesel wären nicht automatisch ausgeschlossen vom Fahrverbot. Der Grund dafür liegt auch in der Abgas-Affäre und den Schummeleien bei den Emissionswerten. "Sollte ein modernes Dieselfahrzeug im Realbetrieb trotz guter Messwerte deutlich zu hohe NOx-Werte haben, wäre auch theoretisch ein Fahrverbot für solche Fahrzeuge nicht auszuschließen", sagte Matthias Knobloch vom ACE Auto Club Europa der "Rheinischen Post".

Ab wann greifen mögliche Fahrverbote?

Ein konkreter Beginn hinge letztlich von den einzelnen Städten ab. Mit zeitnahen Verboten müsste aber nicht gerechnet werden, da im Sinne der Bürger auch Alternativen durch den öffentlichen Nahverkehr bereitgestellt werden müssten. Zudem würde Auto-Haltern ein Zeitfenster zur Umrüstung eingeräumt werden.

Müssten Diesel-Autos den städtischen Raum meiden?

Die zu erwartenden Fahrverbote würden nicht zwingend das ganze Stadtgebiet betreffen. Eine Einschränkung auf stark belastete Gebiete und Straßen wäre generell möglich. Das würde allerdings zur Kontrolle der Gebiete eine bestimmte Plakette voraussetzen. Die bereits seit Längerem geforderte "Blaue Plakette" wird aber von der Bundesregierung weitgehend abgelehnt. Umweltorganisationen schlagen vor, die Plakette allen Dieselfahrzeugen mit der Abgasnorm Euro 6 und Benzinern ab Euro 3 aufzukleben.

Wer zahlt eine notwendige Umrüstung?

Mit SCR-Katalysatoren könnten im Fall der Fälle ältere Diesel-Modelle wieder stadttauglich gemacht werden. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 2000 Euro. Wer dafür aufkommt, könnte dann eine politische Frage werden. Die FDP sieht die Autohersteller in der Pflicht. Schließlich kämen die Fahrverbote bei Diesel-Haltern einer Enteignung gleich, sagte die Bundestagsabgeordnete Daniela Klucker.

Quelle: n-tv.de