Politik

"Kein Grund zur Entwarnung" Weniger Kinder leben in Hartz-IV-Haushalten

116308190.jpg

Der Anteil an Kindern und Jugendlichen, die in Hartz-IV-Haushalten leben, liegt in Bremen mit 31 Prozent am höchsten.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in einer sozial schwachen Familie leben, ist zurückgegangen. Das teilt die Bundesagentur für Arbeit mit. Linken-Fraktionschef Bartsch fordert trotz des positiven Trends ein Umdenken in der Politik.

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Hartz-IV-Haushalten ist erstmals seit Jahren gesunken. Im Dezember 2018 lebten knapp 1,95 Millionen unter 18-Jährige in sogenannten Bedarfsgemeinschaften, die auf die Unterstützung angewiesen sind. Das waren rund 75.000 weniger als ein Jahr zuvor, wie aus einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervorgeht.

Ein Grund für den Rückgang sei die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt, davon würden auch Kinder profitieren, erklärte eine Sprecherin der Bundesbehörde. Außerdem hätten die Jobcenter mittlerweile einen stärkeren Fokus auf Familien und Alleinerziehende. Insgesamt gehe auch die Zahl der Hartz-IV-Empfänger zurück, weil immer weniger Menschen auf die Grundsicherung angewiesen seien.

"Es gibt keinen Grund zur Entwarnung beim Thema Kinderarmut", sagte Linke-Fraktionschef Dietmar Bartsch. Die millionenfache Armut von Kindern und ihren Familien müsse entschlossen bekämpft werden. "In unserem reichen Land sollte jedes Kind die gleichen Chancen haben, seine Fähigkeiten und Fertigkeiten zu entwickeln." Er forderte eine eigenständige Kindergrundsicherung.

Anteil je nach Bundesland verschieden

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die in den sogenannten Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften leben, ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. In Bremen lebten im Juni 2018 laut einer Statistik prozentual die meisten Kinder und Jugendlichen von der Grundsicherung. Dicht gefolgt von Berlin - in der Hauptstadt ist fast jedes dritte Kind in einer Familie, die von Hartz-IV lebt. Bayern bildet das Schlusslicht in der Aufstellung der Länder, mit dem niedrigsten Wert von 6,5 Prozent.

Über eine Million Menschen haben mit Stand vom Dezember 2018 in Deutschland Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bezogen. Das waren etwa zwei Prozent mehr, als noch im Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Quelle: n-tv.de, joh/dpa

Mehr zum Thema