Politik

Interview zu Leukämie-Erkrankung Westerwelle motiviert mögliche Spender

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Westerwelle sagt, die Krankheit habe ihn verändert

(Foto: imago/Metodi Popow)

Millionen Menschen verfolgen am Wochenendende die Interviews von Ex-Außenminister Westerwelle über seinen Kampf gegen den Blutkrebs. Das hinterlässt offenbar Eindruck: Die Zahl potenzieller Knochenmarkspender steigt sprunghaft - das Interesse ist groß.

Nach den TV-Auftritten des an Leukämie erkrankten früheren Außenministers Guido Westerwelle hat die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) einem Bericht zufolge einen sprunghaften Anstieg von Registrierungen zur Stammzellenspende verzeichnet. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" berichtet, registrierten sich von Sonntag bis Montag über 2100 Menschen auf der Internetseite als potenzielle Spender.

Das sind alles Menschen gewesen, "die angaben, dass sie durch das Fernsehen auf uns aufmerksam geworden sind", sagte DKMS-Sprecherin Julia Runge der Zeitung. "Das sind sonst nur 100 bis 200 täglich." Westerwelle hatte am Sonntag im ARD-Talk von Günther Jauch sowie mit RTL über seine Erkrankung gesprochen. Die DKMS verzeichnete nach eigenen Angaben am Sonntag rund 20.000 Besuche auf ihrer Internetseite. Am Sonntag zuvor waren es demnach nur 5.300.

Bei dem früheren FDP-Chef war 2014 Blutkrebs festgestellt worden - ein halbes Jahr nach dem Ausscheiden aus dem Auswärtigen Amt. Geholfen wurde ihm mit einer Stammzellenspende. Er musste sich auch einer Chemotherapie unterziehen.

Potenzielle Spender suchen vor allem Informationen

Auch die Stefan-Morsch-Stiftung im rheinland-pfälzischen Birkenfeld - die erste Spenderdatei für Knochenmark in Deutschland - registrierte nach eigenen Angaben eine stärkere Aufmerksamkeit nach dem Westerwell-Auftritt. "Wir haben ein größeres Aufkommen auf unserer Online-Plattform, bei Facebook und in der Hotline", sagte Andrea Djifroudi von der Stefan-Morsch-Stiftung.

Diese betreibt seit ihrer Gründung im Jahre 1986 die erste deutsche Datei für Knochenmark- und Stammzellspender. Im vergangenen Jahr hatten sich nach ihren Angaben rund 30.000 Menschen dort typisieren lassen. Es gebe den zunehmenden Wunsch, sich über Stammzellen zu informieren. "Es lassen sich auch einige registrieren, aber vor allem geht es erst einmal darum, sich über Ablauf und Folgen aufklären zu lassen", sagte Djifroudi.

Quelle: ntv.de, shu/AFP/dpa