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Rund 300.000 AKP-Mails Wikileaks veröffentlicht Türkei-Dokumente

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Die Veröffentlichung von rund 300.000 AKP-E-Mails dürfte Präsident Erdogan nicht erfreuen.

AP

Wie angekündigt, macht Wikileaks rund 300.000 Dokumente aus den AKP-Archiven publik. Es ist eine Reaktion auf den Putschversuch. Ankara reagiert sofort und blockiert die Zugänge.

Die Enthüllungsplattform Wikileaks hat rund 300.000 E-Mails aus den Archiven der türkischen Regierungspartei AKP veröffentlicht - und damit die türkischen Behörden auf den Plan gerufen, die den Zugang zu den Dateien am Mittwoch umgehend sperrten.

Die Unterlagen, die aus den Jahren 2010 bis 2016 stammen, erhielt Wikileaks nach eigenen Angaben vor dem Umsturzversuch vom vergangenen Wochenende, bei dem mehr als 300 Menschen getötet wurden. "Wikileaks hat die Veröffentlichung als Reaktion auf die Säuberungen der Regierung nach dem Putsch vorgezogen", erklärte die Enthüllungsplattform. Die Quelle sei "in keiner Hinsicht" mit den Drahtziehern des Umsturzversuches verbunden.

Die türkische Regierung begründete das Blockieren des Zugangs zu den Dokumenten damit, dass es sich um eine "Verletzung der Privatsphäre" und die "Veröffentlichung illegal erhaltener Daten" handle.

Nach dem gescheiterten Militärputsch vom Wochenende wurden in der Türkei Tausende Menschen festgenommen, denen eine Nähe zu den Putschisten nachgesagt wird. Zudem wurden rund 50.000 Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes entlassen oder suspendiert, darunter Tausende Richter und Staatsanwälte und mehr als 15.000 Bedienstete des Bildungssektors.

Wikileaks wurde 2006 gegründet. Weltweit bekannt wurde die Enthüllungsplattform 2010 durch die Veröffentlichung von Tausenden Dokumenten aus US-Militärarchiven über die Kriege in Afghanistan und im Irak.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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