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Entsetzen nach Anschlag in Istanbul "Wir stehen an der Seite der Türkei"

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Bei dem Anschlag wurden mindestens 36 Menschen ermordet und fast 150 verletzt.

(Foto: AP)

Die Welt ist entsetzt über die Selbstmordattentate am Flughafen in Istanbul mit über 40 Toten. Die Bundesregierung sichert der Türkei im Kampf gegen Terroristen Unterstützung zu. Der türkische Präsident Erdogan sagt, das Attentat müsse ein Wendepunkt sein.

Der Anschlag am Istanbuler Atatürk-Flughafen ist international einhellig verurteilt. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier zeigte sich "entsetzt" über die Nachrichten aus Istanbul. Noch seien die Hintergründe unklar, aber alles deutet darauf hin, dass Terroristen erneut in der türkischen Metropole zugeschlagen haben, sagte Steinmeier. "Wir stehen an der Seite der Türkei."

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Opfern des Selbstmordanschlags ihre Anteilnahme ausgesprochen. Sie sei erschüttert über "diese neuen und hinterhältigen Akte des Terrorismus", erklärte Merkel am späten Dienstagabend am Rande des EU-Gipfels in Brüssel. "Ich möchte dem ganzen türkischen Volk aber sagen, dass wir uns im Kampf gegen den Terrorismus vereint sehen und uns gegenseitig unterstützen werden."

Ähnliche Äußerungen kamen von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, Frankreichs Präsident François Hollande und der US-Regierung. Unser tiefstes Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen der Getöteten, und wir wünschen den Verletzten eine baldige Genesung", sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest. Die USA stünden fest an der Seite der Türkei. Man werde den Kampf gegen die terroristische Bedrohung fortsetzen.

Die Konsulate der USA und Frankreichs in Istanbul riefen ihre Bürger auf, dem Flughafen zunächst fernzubleiben. Das Auswärtige Amt riet deutschen Reisenden in Istanbul, Kontakt zu ihrem Reiseveranstalter aufzunehmen und die Berichterstattung in den Medien zu verfolgen.

Erdogan: Attentäter wollen Türkei destabilisieren

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Präsident Recep Tayyip Erdogan rief die internationale Gemeinschaft zu einem gemeinsamen Kampf gegen den Terrorismus auf. In einer in der Nacht veröffentlichten Erklärung des Präsidenten hieß es: "Wenn es den Staaten und der Menschheit insgesamt nicht gelingt, ihre Kräfte zu bündeln und einen gemeinsamen Kampf gegen Terrorgruppen zu führen, dann werden all die Szenarien, vor denen wir uns fürchten, eines Tages Wirklichkeit werden."

Erdogan rief "insbesondere die Staaten des Westens" auf, "eine harte Haltung gegen den Terror einzunehmen". Das Attentat müsse ein Wendepunkt im weltweiten Kampf gegen den Terrorismus sein, sagte er. Die Türkei werde "ihren Kampf gegen den Terror bis zum Ende führen", auch wenn sie dafür einen "hohen Preis" zu zahlen habe.

Nach seinen Worten zielte der Anschlag darauf, die Türkei zu destabilisieren. "Es ist eindeutig, dass dieser Angriff keinen anderen Zweck hat, als Propaganda gegen unser Land zu schaffen", erklärte Erdogan. Dazu werde das Blut unschuldiger Menschen vergossen und Angst verbreitet.

Bei dem Anschlag wurden mindestens 41 Menschen ermordet und etwa 240 verletzt. Laut der türkischen Regierung schossen drei Selbstmordattentäter am Dienstagabend um sich und sprengten sich in die Luft. Die Regierung in Ankara vermutet die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat hinter dem Anschlag.

Quelle: n-tv.de, hul/rts/dpa/AFP

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