Politik

Anstieg auf zehn Euro gefordert Wirkung des Mindestlohns kaum spürbar

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Auf dem Viktualienmarkt in München

(Foto: imago/Ralph Peters)

Der Mindestlohn bringt vier Monate nach seiner Einführung kaum Entlastung auf dem Arbeitsmarkt. Daraus zu schlussfolgern, dass er unwirksam sei, wäre zu voreilig, erläutert die Bundesagentur für Arbeit. Verdi fordert jetzt einen Mindestlohn von zehn Euro.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) verzeichnet vier Monate nach der Einführung des Mindestlohnes kaum Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt. BA-Vorstandsmitglied Heinrich Alt verwies in dem Zusammenhang auf die weiter steigende Zahl sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze. Er räumte allerdings ein, dass die Zahl der Minijobs am Jahresanfang stärker als in den Vorjahren üblich zurückgegangen sei.

Daraus zu schließen, dass die geringfügig bezahlten Jobs wegen des Mindestlohns weggefallen seien, halte er für vorschnell. Denn es sei auch möglich, dass zumindest ein Teil der Minijobs in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze umgewandelt worden seien, erläuterte Alt. So sei die Zahl dieser regulären Stellen etwa im Taxigewerbe, im Einzelhandel und in der Gastronomie, wo bislang bevorzugt Minijobber beschäftigt worden waren, leicht gestiegen.

Verdi-Chef Frank Bsirske fordert eine schnelle Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns auf zehn Euro. "Das Gesetz ermöglicht leider eine Anhebung erst für das Jahr 2017", sagte Bsirske der "Passauer Neuen Presse". Dann müsse der Mindestlohn aber rasch in Richtung zehn Euro steigen. "Der Mindestlohn ist ein Erfolg", betonte der Gewerkschaftschef. "Er hat auf dem Arbeitsmarkt nicht zu negativen Konsequenzen geführt."

Bsirske schloss aus, die Unternehmen bei den Dokumentationspflichten zu entlasten. "Man kann einen Mindest-Stundenlohn nur auszahlen, wenn man die Arbeitszeiten dokumentiert." Arbeitsbeginn und -ende müssten erfasst werden. "Das ist auch mit Computer oder Smartphone möglich, es reicht sogar ein einfaches Blatt Papier."

Quelle: n-tv.de, ppo/dpa

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