Politik

"Habe lange darüber nachgedacht" Wissler will Linken-Chefin werden

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Janine Wissler ist Chefin der Linksfraktion im hessischen Landtag.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die bisherige Doppelspitze der Linken, Katja Kipping und Bernd Riexinger, tritt ab. Als mögliche Kandidaten für die Nachfolge werden unter anderem zwei Frauen genannt: Eine von ihnen hat ihre Ambitionen nun offiziell gemacht.

Die Chefin der Linksfraktion im hessischen Landtag, Janine Wissler, will sich für das Amt der Bundesvorsitzenden ihrer Partei bewerben. Das hat die 39-Jährige in Wiesbaden angekündigt. "Ich habe lange darüber nachgedacht, ob ich auf dem kommenden Parteitag als Parteivorsitzende kandidieren soll und bin für mich zum Schluss gekommen, dass ich das tun möchte", erklärte sie auf Twitter. Wissler ist bereits Vize-Bundesvorsitzende der Linken. Die bisherige Doppelspitze, Katja Kipping und Bernd Riexinger, hatte vergangene Woche angekündigt, beim Parteitag Ende Oktober in Erfurt nicht wieder für den Parteivorsitz anzutreten.

Neben der hessischen Fraktionschefin Wissler werden auch Susanne Hennig-Wellsow, Fraktionschefin im Thüringer Landtag, gute Chancen auf die Nachfolge eingeräumt. Beide sind wie Kipping weder dem Flügel der linken Fundamentalisten noch den gemäßigten Reformern zuzurechnen.

Vom linken Flügel wird der stellvertretende Parteivorsitzende Ali Al-Dailami aus Hessen als möglicher Kandidat gehandelt. Von den Reformern werden Bundestags-Fraktionsgeschäftsführer Jan Korte gute Chancen eingeräumt. Außerdem wird der frühere Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn aus diesem Lager genannt.

"Nicht nur meckern, sondern machen"

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Der Rückzug des Spitzenduos kam nicht überraschend. Die Linke hat sich in ihre Satzung geschrieben, dass kein Parteiamt länger als acht Jahre ausgeübt werden soll. Kipping und Riexinger hatten die Parteiführung 2012 übernommen. Damals stand die Linke nach einem beispiellosen Machtkampf konkurrierender Flügel kurz vor der Spaltung. Riexinger setzte sich damals gegen den heutigen Fraktionschef Dietmar Bartsch durch.

Das neue Spitzenduo wird die Partei in die nächste Bundestagswahl führen, bei der es für die Linke auch um die Frage gehen wird, ob sie bei einer gemeinsamen Mehrheit von SPD, Linken und Grünen zu einer gemeinsamen Regierungsbildung bereit ist. Kipping beantwortete diese Frage mit einem klaren Ja. Es gehe jetzt darum, "dass wir nicht nur meckern, sondern dass wir auch wirklich machen".

Quelle: ntv.de, chr/dpa