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Gegen Rassismus und Hass im Netz Youtube löscht Nazi-Botschaften

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Youtube betont, dass man von jeher Richtlinien gegen "Hassbotschaften" hatte. Nun soll entschiedener dagegen vorgegangen werden.

(Foto: imago images / imagebroker)

Richtlinien aufzustellen, ist einfach, die Regeln strikt durchzusetzen dagegen nicht: Diesen Vorwurf muss sich Youtube bezüglich Hassbotschaften und Diskriminierung in Videos gefallen lassen. Das Online-Unternehmen will nun entschlossener dagegen vorgehen.

Youtube will verschärft gegen Videos mit rassistischen und diskriminierenden Inhalten vorgehen. Das Unternehmen teilte mit, es verbiete fortan Videos auf seiner Plattform, die diskriminierende Botschaften über Menschen bestimmter Rassen, Religionen oder sexueller Orientierungen verbreiten. Dazu gehören Videos, die "Nazi-Ideologie verherrlichen" oder den Holocaust leugnen.

Als weitere Gründe für die Verbannung bestimmter Videos nannte Youtube etwa auch diskriminierende Aussagen, die sich auf Geschlecht und Alter anderer Menschen beziehen. Die Tochterfirma des Internetriesen Google betonte, dass sie von jeher Richtlinien gegen "Hassbotschaften" gehabt habe. Bereits vor zwei Jahren seien die Maßnahmen gegen rassistische Videos verschärft worden. Mit den jetzigen Schritten werden den Angaben zufolge die Regeln zur Löschung bestimmter Videos präzisiert.

Die großen Onlinenetzwerke sind in den vergangenen Jahren unter verstärkten Druck von politischen und gesellschaftlichen Gruppen geraten, manipulative und aufwiegelnde Botschaften von ihren Plattformen zu verbannen.

Crowder-Streit als Auslöser?

Einen Tag vor dem Statement des Online-Riesen war es noch zu Spannungen bezüglich der Richtlinien gekommen. Youtube hatte mitgeteilt, dass der prominente rechtsgerichtete politische Kommentator Steven Crowder mit rassistischen und homophoben Äußerungen gegen einen Journalisten in einem seiner Videos nicht gegen die Richtlinien verstoße. "Meinungen können zutiefst beleidigend sein, aber wenn sie nicht gegen unsere Richtlinien verstoßen, bleiben sie auf unserer Website", ließ Youtube mittels Erklärung verlauten.

Die Entscheidung löste einen Shitstorm im Internet aus, einschließlich der Anschuldigungen, dass Youtube populären Kanälen in solchen Fällen einen Freifahrtsschein gebe. Crowder hat über vier Millionen Abonnenten. In seinem Video hatte Crowder den Journalisten Carlos Maza vom Magazin Vox wiederholt beleidigt und sich über dessen kubanisch-amerikanische Abstammung und seine sexuelle Orientierung lustig gemacht.

Quelle: n-tv.de, mba/AFP

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