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In dem Verfahren, das am 25. September in Istanbul beginnt, wird Yücel von seinem Anwalt Veysel Ok vertreten.
In dem Verfahren, das am 25. September in Istanbul beginnt, wird Yücel von seinem Anwalt Veysel Ok vertreten.(Foto: picture alliance/dpa)
Donnerstag, 30. August 2018

Eine Million Lira Schadenersatz: Yücel will Entschädigung für U-Haft

Ein Jahr lang sitzt der Journalist Denis Yücel in türkischer Untersuchungshaft. Jetzt fordert er für diese "unrechtmäßige Inhaftierung" eine Million Lira als Wiedergutmachung. Das Verfahren soll schon in wenigen Wochen beginnen.

Der Korrespondent Deniz Yücel klagt einer Journalistenorganisation zufolge auf Entschädigung für seine Inhaftierung in der Türkei. Wie die türkische Abteilung von Reporter ohne Grenzen mitteilte, verlangt der deutsch-türkische Journalist eine Million Lira (rund 133.000 Euro) Schadenersatz für seine "unrechtmäßige Inhaftierung". Demnach soll das Verfahren am 25. September vor einem Gericht in Istanbul beginnen. Yücel wird dabei von seinem Anwalt Veysel Ok vertreten.

Yücel war Mitte Februar nach einem Jahr in Untersuchungshaft entlassen worden und nach Deutschland ausgereist. Dem Journalisten werden wegen seiner Artikel "Volksverhetzung" und "Terrorpropaganda" vorgeworfen. Auch nach seiner Freilassung geht das Verfahren gegen ihn weiter, die nächste Anhörung ist für den 20. Dezember angesetzt. Yücel und seine Unterstützer sowie die Bundesregierung betrachten die Vorwürfe als politisch motiviert.

Der Fall hat die deutsch-türkischen Beziehungen massiv belastet, doch hatte sich das Verhältnis zuletzt wieder entspannt. Auch nach Yücels Freilassung sitzen allerdings laut dem Auswärtigen Amt noch immer sieben deutsche Bürger aus politischen Gründen in der Türkei in Haft.

Vergangene Woche konnte die deutsche Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu ausreisen, die vergangenes Jahr ebenfalls mehrere Monate in U-Haft verbracht hatte. Die Türkei hatte Tolu wegen Terrorvorwürfen rund 16 Monate festgehalten. Sie wurde dort als Unterstützerin der linksradikalen Partei MLKP angeklagt und saß zunächst in Untersuchungshaft. Später kam sie frei, war aber mit einem Ausreiseverbot belegt.

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Quelle: n-tv.de