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Hungersnot im Bundeswehr-Gebiet Zahl mangelernährter Kinder in Mali steigt

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Voraussichtlich 165.000 Kinder werden 2018 in Mali an lebensbedrohlicher Mangelernährung leiden.

(Foto: picture alliance / Dicko/Unicef/)

Im westafrikanischen Mali leiden immer mehr Kinder an akuter Mangelernährung. Grund dafür sind die seit 2012 anhaltende Gewalt und die politische Instabilität. In der Region sind etwa 1000 Bundeswehrsoldaten im Einsatz.

Allen internationalen Bemühungen zum Trotz hat sich die Versorgungslage der einheimischen Bevölkerung im Einsatzgebiet der Bundeswehr in Mali verschlechtert. Aufgrund der anhaltenden Gewalt und der politischen Instabilität nimmt die akute Mangelernährung von Kindern weiter zu.

In der Region um die Stadt Gao seien einer neuen Erhebung zufolge mehr als 15 Prozent der Kinder betroffen, erklärte das UN-Kinderhilfswerk Unicef. Damit sei die international anerkannte Schwelle zu einer Ernährungskrise überschritten, hieß es. Im ganzen Land werden demnach 2018 voraussichtlich 165.000 Kinder im Alter bis fünf Jahren an lebensbedrohlicher Mangelernährung leiden, warnte Unicef. Das wären rund 23.000 mehr als dieses Jahr.

"Wir müssen lebensrettende Behandlungen anbieten und sicherstellen, dass jedes einzelne dieser Kinder wieder völlig genesen kann", erklärte die Unicef-Direktorin für Mali, Lucia Elmi. Auch in der nördlichen Region rund um die Stadt Timbuktu hat die Mangelernährung demnach die Krisenschwelle überschritten, dort sind 15,7 Prozent der Kleinkinder betroffen. 2016 lag der Wert für Gao und Timbuktu noch knapp unter der Marke von 15 Prozent. Damit galt die Lage dort lediglich als "ernst".

Hohe Kindersterblichkeit

Vor dem Ausbruch des offenen Konflikts in Mali 2012 lag die Mangelernährungsrate in Gao zum Beispiel nur bei neun Prozent. In Mali, einem der ärmsten Länder der Welt, stirbt der Weltbank zufolge etwa jedes zehnte Kind vor dem fünften Geburtstag. Zum Vergleich: In Deutschland stirbt bis zum Beginn des sechsten Lebensjahres nur knapp jedes dreihundertste Kind.

Um zu einer Stabilisierung des westafrikanischen Landes beizutragen, beteiligt sich Deutschland an dem UN-Blauhelmeinsatz "Minusma". Derzeit sind etwa 1000 Soldaten der Bundeswehr in der Region Gao stationiert. Vor allem in den nördlichen Sahara-Gebieten sind Rebellen und mit Al-Kaida in Verbindung stehende islamistische Terroristen aktiv.

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Mali, einer der Flächenstaaten in Westafrika: Der Einsatzort der Bundeswehr liegt in der Region Gao am Südrand der Sahara.

(Foto: n-tv.de / stepmap.de)

Quelle: n-tv.de, fhe/dpa

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