Politik

Fluchtversuche am Eurotunnel Zugverkehr wegen "Anomalie" verspätet

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Täglich werden Hunderte Fluchtversuche abgewehrt.

(Foto: dpa)

Das Flüchtlingsdrama am Kanaltunnel zieht die Wirtschaft zunehmend in Mitleidenschaft. Tausende Migranten versuchen immer wieder, als blinde Passagiere über diese Verbindung von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. Die Lage vor Ort ist dramatisch.

In Nordfrankreich haben erneut Hunderte Flüchtlinge versucht, zum Eurotunnel nach Großbritannien vorzudringen. Die Polizei zählte in der Nacht in dem riesigen Gebiet um den Tunneleingang nahe Calais rund 500 Flüchtlinge. 400 Fluchtversuche seien außerhalb des Eurotunnel-Geländes abgewehrt worden. 180 Mal seien Flüchtlinge abgefangen worden, die es über die Zäune auf das Areal geschafft hätten. Die Zahl liegt deutlich unter den 1700 Fluchtversuchen, die in der Nacht zum Montag gezählt worden waren, aber höher als in den beiden Nächten zuvor.

Eine Inspektion im Inneren des Tunnels führte derweil am Dienstagmorgen zu Verspätungen im Zugverkehr unter dem Ärmelkanal. Es sei eine "Anomalie" festgestellt worden, teilte die Betreibergesellschaft Eurotunnel mit. Was genau vorgefallen war, wurde aber zunächst nicht bekannt - es könnte sich ebenso um einen technischen Defekt wie um in den Tunnel vorgedrungene Flüchtlinge handeln.

Seit Wochen versuchen jede Nacht hunderte in Calais gestrandete Flüchtlinge, zum Eurotunnel vorzudringen. Sie hoffen, auf Lkw-Transportzügen nach Großbritannien zu gelangen, wo sie sich mehr Chancen ausrechnen als in Frankreich.

Angesichts des Flüchtlingsandrangs wurden zuletzt die Sicherheitsvorkehrungen am Eurotunnel verschärft, die französische Regierung schickte zusätzliche 120 Polizisten. Bei den Fluchtversuchen gibt es immer wieder tödliche Unfälle, bei denen seit Anfang Juni zehn Flüchtlinge ums Leben kamen.

Quelle: ntv.de, ppo/AFP