Iran: "Illegale Route" genutztZwei Tanker laufen in Straße von Hormus auf Minen auf
Donald Trumps Behauptung, dass in der Straße von Hormus keine Gefahr mehr durch Minen gegeben sei, erweist sich als unwahr. Zwei Tanker kollidieren mit entsprechenden Sprengkörpern in der Meerenge und sind nach Angaben Teherans nun manövrierunfähig.
Zwei Öltanker sind nach iranischen Angaben bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus auf Seeminen aufgelaufen. Die Schiffe seien manövrierunfähig, teilten die iranischen Revolutionsgarden in einer von staatlichen Medien verbreiteten Erklärung mit. Die Tanker hätten unter dem Kommando von US-Einsatzkräften eine "illegale Route" in der strategisch wichtigen Wasserstraße befahren. Die Marine der Revolutionsgarden habe zuvor vor den Gefahren einer Durchquerung der verminten Passage gewarnt. US-Präsident Donald Trump hatte erst vor einer Woche erklärt, alle Minen in den internationalen Gewässern von Hormus seien geräumt oder gesprengt worden.
Der dem Iran vorgelagerte Seeweg ist zum Brennpunkt im Krieg der Islamischen Republik mit den USA geworden. Vor dem Angriff der USA und Israels auf den Iran Ende Februar wurde rund ein Fünftel des weltweiten Rohöls durch die Meerenge transportiert. Wegen Angriffen auf die Handelsschifffahrt meiden viele Reedereien die Straße von Hormus ganz. Wie gefährlich die Passage ist, zeigte sich am Mittwoch auch in einer Mitteilung aus Saudi-Arabien.
Bei einem Zwischenfall auf einem Schiff der saudi-arabischen Reederei Bahri sind nach Angaben des Unternehmens zwei philippinische Seeleute ums Leben gekommen. Der Vorfall auf dem Schiff "Sidr" habe sich bereits am Montag ereignet, erklärte Bahri. Einzelheiten nannte die Reederei zunächst nicht. Am Montag hatte aber die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO gemeldet, dass ein Tanker bei der Ausfahrt aus der Straße von Hormus von drei unbekannten Projektilen getroffen worden sei.
Bahri erklärte weiter, die Reederei stehe in ständigem Kontakt mit der "Sidr" und stimme sich eng mit den zuständigen Behörden sowie Vertretern der Schifffahrtsbranche ab. Die Entwicklungen würden genau beobachtet. Saudi-Arabien ist ein enger Verbündeter der USA. Schiffe der staatlichen Reederei waren bereits wiederholt zum Ziel von Angriffen geworden. So war vor rund einem Monat der Tanker "Wedyan" vor der Küste Omans getroffen worden. Zudem wurden die Bahri-Schiffe "Amzan" und "Masa" im Roten Meer angegriffen. Zuvor hatten die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien ausgerufen.
