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Mitgliederzahl steigt rasant Zwist um Maaßen-Aus stärkt Werte-Union

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Zugpferd für die Werte-Union: Maaßen im August auf Wahlkampftour für die CDU in Sachsen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mit ihrer Andeutung, den ehemaligen Verfassungsschutzpräsidenten Maaßen aus der CDU zu werfen, schadet CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer vor allem sich selbst. Der konservativen Werte-Union strömen seitdem die Mitglieder zu. Maaßen bedankt sich höflich bei Schäuble für dessen Schützenhilfe.

Die Debatte um einen Parteiausschluss des früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen beschert der konservativen Werte-Union einen Rekordzuwachs. Die Mitgliederzahl sei in den vergangenen Tagen um mehrere Hundert gestiegen und liege inzwischen bei fast 3000, sagte der Vorsitzende der Vereinigung, der CDU-Politiker Alexander Mitsch laut dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". Noch vor wenigen Tagen hatte die Vereinigung lediglich 2000 Mitglieder.

"Wir kommen gar nicht mehr hinterher, alle Mitgliedsanträge zu bearbeiten. Demnächst müssen wir wohl eine Aufwandsentschädigung für die Sachbearbeitung einplanen", berichtete Mitsch. "Ehrenamtlich ist das nicht mehr zu bewältigen". In der Werte-Union sammeln sich konservative CDU-Mitglieder, aber der Verbund ist keine offizielle Gliederung der Partei.

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende einen Parteiausschluss des Werte-Unions-Mitglieds Maaßen nicht ausgeschlossen. Vor allem aus der ostdeutschen CDU hatte es heftigen Protest gegeben. Maaßen tritt im sächsischen Landtagswahlkampf für die Partei auf. Kramp-Karrenbauer musste im Nachgang klarstellen, dass sie keinen Parteiausschluss Maaßens gefordert habe.

Maaßen sagte dem „Tagesspiegel“, er sei gerne bereit, sich mit Kramp-Karrenbauer zu treffen und seine Positionen zu erläutern. Über die Schützenhilfe durch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble zeigte sich der ehemalige Verfassungsschutzpräsident erfreut. „Ich hatte mich sehr über die klaren Worte von Herrn Schäuble gefreut“, sagte Maaßen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung. "Das war wohltuend.“ Schäuble hatte sich in der „Bild“-Zeitung hinter Maaßen und gegen die CDU-Vorsitzende gestellt: „Die Frage, ob Herr Maaßen Mitglied der CDU sein darf oder nicht, gehört in den Bereich von Witzveranstaltungen.“ Schäuble hatte hinzugefügt: „Warum sollte Herr Maaßen nicht CDU-Mitglied sein?“

Schäuble hatte unmittelbar vor der Wahl Kramp-Karrenbauers zur CDU-Vorsitzenden Ende vorigen Jahres offen für ihren Konkurrenten Friedrich Merz geworben, der knapp unterlegen war.

Quelle: n-tv.de, mau

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