Sieben Modelle im Praxistest Welche Schallzahnbürste putzt Zähne und Zahnfleisch am besten?
Von Maren Mangold
Elektrische Schallzahnbürsten sind dank ausgefeilter Technik bei der Zahnhygiene besonders schonend und effektiv, so das Versprechen vieler Hersteller. Der ntv Produkt-Check testet sieben Mittelklasse-Modelle - sind alle Bürsten sanft zu Zähnen und Zahnfleisch?
Da Schallzahnbürsten ohne Druck arbeiten, gelten sie als besonders sanft - das macht sie vor allem für Menschen mit empfindlichem Zahnfleisch und freiliegenden Zahnhälsen interessant. Wir testen sieben Bestseller-Modelle: Welches reinigt gründlich, ohne dabei das Zahnfleisch zu reizen?
Elektrische Schallzahnbürsten im Test - das Fazit
Die Schallzahnbürste von Wondersmile* kann uns im Test am meisten überzeugen - sie schneidet bei allen Testkriterien gut oder sogar sehr gut ab und sichert sich damit die Spitzenposition. Fast gleichauf liegt die Philips Sonicare 5500*, die sich besonders für Menschen mit extrem empfindlichem Zahnfleisch eignet.
So testen wir die elektrischen Schallzahnbürsten
Praxistest: Wir putzen je 30 Sekunden eine Seite eines Quadranten (Mundviertel): Wie ist das Glättegefühl der Zähne? Ist das Zahnfleisch gereizt? Wie gut liegt das Gerät in der Hand, wie stark vibriert es?
Borstenbeschaffenheit: Wir prüfen mit einem digitalen Mikroskop (plus Smartphone), wie gut die Enden abgerundet sind und wie die Fülle und Anordnung der Borsten ausfällt.
Bedienung: Wie einfach ist der Wechsel der Modi, gibt es eine Andruckkontrolle, welche Features gibt es?
Gewicht: Wir messen mit einer Küchenwaage, wie schwer Handstück und Bürstenaufsatz sind.
Lautstärke: Wir messen mit einem Dezibel-Messer direkt neben der laufenden Zahnbürste.
Kosten: Wie hoch sind Anschaffungspreis und Preis für Ersatz-Bürstenköpfe?
Nachhaltigkeit: Aus welchem Material sind Handstück, Bürsten und Verpackung?
Die Schallzahnbürsten im Test
Testsieger: Wondersmile Schallzahnbürste Pro, circa 80 Euro*
Philips Sonicare 5500 elektrische Zahnbürste, Schallzahnbürste, circa 70 Euro*
Aquasonic - Black Series Ultra Whitening elektrische Zahnbürste, circa 40 Euro*
Oral-B Pulsonic Slim Luxe 4500 Elektrische Schallzahnbürste, circa 110 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Testsieger: Wondersmile Schallzahnbürste Pro
Kurz und knapp: Die Schallzahnbürste von Wondersmile überzeugt mit sanfter und gleichzeitig gründlicher Reinigung und liegt dabei sehr angenehm in der Hand.
Die Wondersmile liefert im Test das beste Gesamtpaket: Sie reinigt sehr gründlich und ist gleichzeitig angenehm sanft. Der kompakte Bürstenkopf des Testsiegers ist mit dichtstehenden, gleich langen Borsten besetzt. wodurch sich der Druck beim Putzen angenehm gleichmäßig verteilt. Unter dem Mikroskop zeigt sich die hervorragende Abrundung der Enden, Absplitterungen oder scharfe Schnittkanten können wir nicht erkennen. Das Handstück liegt auch nass sicher und angenehm in der Hand, die matte Oberfläche kommt komplett ohne störende Kanten aus. Die vier Putzprogramme (Clean, White, Polish, Gum Care) werden über das eingeprägte "+"-Symbol ausgewählt, durch längeres Drücken lässt sich die Intensität verändern - hier benötigen wir im Test allerdings einige Versuche, die Bedienlogik erscheint uns zu Beginn weniger intuitiv als bei anderen Test-Modellen. Die Wondersmile* ist eine der leisesten Zahnbürsten im Testfeld, die geringe Vibration am Handstück macht das ohnehin schon erfreuliche Zähneputzen zusätzlich angenehm.
40.000 Vibrationen pro Minute
Gewicht: 139 Gramm
vier Modi, drei Intensitäten
Einzelpreis für Ersatzköpfe: circa 4,90 Euro
Mit Andruckwarnung: PHILIPS Sonicare HX7110/01 Series 5500 elektrische Zahnbürste
Kurz und knapp: Die Sonicare 5500 von Philips punktet mit guter Reinigungsleistung und besonderer Andruckkontrolle.
Die Sonicare 5500 von Philips überzeugt im Praxistest mit einer zuverlässigen Andruckkontrolle, die sich mit einem stakkatoartigen Warnsignal meldet, sobald zu fest aufgedrückt wird. Die Bedienung ist unkompliziert und beschränkt sich auf eine Taste und zwei Modi (Clean/White). Beim Putzen übertragen sich angenehm wenig Vibrationen auf Hand und Zähne. Daneben ist die Sonicare 5500 die leiseste Zahnbürste im Test.
Die Mikroskop-Aufnahmen der Philips Sonicare 5500* zeigen bei den blauen Borsten des Bürstenkopfes eine hervorragende halbkugelförmige Abrundung, scharfe Schnittkanten oder ausgefranste Fasern sind nicht zu erkennen. Die grünen Borsten sind etwas weniger gut gerundet (Fotos in der Bildergalerie unten), was sich im Praxistest aber weder am Glättegefühl der Zahnoberflächen noch am Zahnfleisch bemerkbar macht. Die Borsten des länglichen Bürstenkopfes ragen an beiden Enden etwas heraus, wodurch sich die schwerer erreichbaren hinteren Zähne gut putzen lassen.
62.000 Bürstenkopfbewegungen pro Minute
Gewicht: 121 Gramm
zwei Modi
Einzelpreis Ersatz-Bürstenkopf: circa 4,50 Euro
Mit App: Oclean Schallzahnbürste X Series Pro Elite
Kurz und knapp: Die Oclean X Pro Digital zeigt eine gute Reinigungsleistung mit zahnfleischschonenden Borsten. Für Technik-Fans kann die zugehörige App mit vielen Einstellungsmöglichkeiten ein Pluspunkt sein.
Die Zahnbürste von Oclean kommt mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, die vier Putzmodi (Clean, Sensitive, Massage, Whitening) werden über die zugehörige App konfiguriert und anschließend am Touchscreen der Zahnbürste ausgewählt. Während des Putzens läuft dort ein Countdown über zwei Minuten ab, und man erhält eine Rückmeldung über den "Putzerfolg". In puncto Zusatzausstattung liegt die Oclean damit vorne, wobei diese Detailtiefe sicher auch Geschmackssache ist. Die Oclean X Series Pro Elite arbeitet leise und mit kaum spürbarer Vibration. Zudem ist sie neben der Sonicare die einzige Schallzahnbürste, die eine Andruckwarnung hat.
Unter dem Mikroskop zeigen sich bei der Zahnbürste von Oclean* die verschiedenfarbigen Borstenfelder in unterschiedlicher Qualität. Auch hier sind es die blauen Borsten, die deutlich sauberer abgerundet sind. Die Bündel selbst sind ordentlich gefüllt, zeigen aber etwas mehr Zwischenräume auf als die sehr dichten Bündel der Sonicare. Im Praxistest können das Glättegefühl und der Zustand des Zahnfleischs aber mit dem guten Niveau der Sonicare 5500 mithalten.
84.000 Vibrationen pro Minute
Gewicht: 97 Gramm
vier Modi (App nötig)
Einzelpreis Ersatz-Bürstenköpfe: circa 4,50 Euro
Keine ganz glatte Sache: die 7Magic Elektrische Schallzahnbürste
Kurz und knapp: Die günstigste Schallzahnbürste in unserem Test putzt angenehm sanft, das Ergebnis fällt aber weniger glatt aus.
Die Zahnbürste von 7Magic überrascht im Test mit einer sehr weichen, schon fast massageartigen Reinigung. Das Zahnfleisch fühlt sich im guten Sinne durchblutet an, beim Glättegefühl der Zahnoberflächen bleibt aber Luft nach oben. Unter dem Mikroskop sind die feinen, gut gerundeten Borstenenden ohne fransige Spaltprodukte zu erkennen. Die Bündel sind dicht gefüllt, allerdings wirkt der Bürstenkopf schon nach einmaliger Anwendung deutlich zerzaust.
Bei der Wahl der verschiedenen Modi brauchen wir einige Anläufe: Zuerst wählen wir den Modus, anschließend wird die Intensität über die gleiche Taste eingestellt - das funktioniert jedoch nur in den ersten Sekunden nach dem Einschalten. Das Handstück der 7 Magic* besteht aus recht rutschigem Kunststoff, der sich mit feuchten Händen schlechter halten lässt. Außerdem überträgt die Zahnbürste die Vibrationen stark in die Handfläche.
40.000 Vibrationen pro Minute
Gewicht: 132 Gramm
fünf Reinigungsmodi in je drei Stärken
Einzelpreis Ersatz-Bürstenköpfe: circa 1,50 Euro
Kommt mit viel Zubehör: die Aquasonic-Black Series Ultra Whitening elektrische Zahnbürste
Kurz und knapp: Die Schallzahnbürste von Aquasonic punktet mit sehr gut verarbeiteten Borsten, die Reinigungsleistung bewegt sich im Mittelfeld.
Das Handgefühl fällt bei der Schallzahnbürste von Aquasonic sehr gut aus - sie ist leicht und besteht aus einem angenehm soft-matten Material. Die günstige Zahnbürste kommt mit acht (!) Ersatzbürstenköpfen, einer kabellosen Ladestation, aber auch mit viel Kunststoffverpackung. Die Bedienung erweist sich als unkompliziert: Neben dem Ein-/Aus-Schalter gibt es eine zweite Taste für die vier Modi (Reinigen, Sanft, Aufhellen, Massieren).
Unter dem Mikroskop zeigen sich gleichmäßig angeordnete, sehr gut abgerundete Enden ohne Splitter oder Bruchkanten. Die Bündel sind allerdings sichtbar lockerer gesetzt und zeigen viel Leerraum. Das macht sich im Praxistest an der Reinigungsleistung bemerkbar - die Zähne fühlen sich deutlich weniger glatt an, am Zahnfleisch spüren wir hingegen keinerlei Reizung. Auch bei der Aquasonic* vibriert das Handstück stark mit, der Bürstenkopf sieht nach kurzer Anwendung bereits leicht zerzaust aus.
40.000 Vibrationen pro Minute
Gewicht: 105 Gramm
Vier Reinigungsmodi
Einzelpreis Ersatz-Bürstenköpfe: circa 2 Euro
Umweltfreundlich: Happybrush Schallzahnbürste Eco Vibe 3+
Kurz und knapp: Die Happybrush punktet mit Nachhaltigkeit und angenehmem Handgefühl. Reinigungsleistung und Borstenbeschaffenheit bleiben aber hinter der Konkurrenz zurück.
Die Happybrush liegt leicht in der Hand und ist am Griff etwas breiter als die anderen Zahnbürsten im Test, wodurch sie sich auch mit nassen Händen sicher halten lässt. Das Handstück vibriert allerdings unangenehm stark mit, daneben ist die Happybrush eine der lautesten Schallzahnbürsten im Test. Die Bedienung ist einfach: Es gibt eine Taste für "Ein-Aus", an der wir auch die Programme einstellen: normal, sensitiv und polieren.
Die Anpassung der Putzprogramme ist nur innerhalb der ersten Sekunden nach Einschalten möglich. Wer später während des Zähneputzens etwas verändern will, muss die Happybrush komplett ausschalten und neu starten. In der Anwendung empfinden wir die Happybrush* als weich und angenehm, das anschließende Glättegefühl ist jedoch weniger überzeugend. Unter dem Mikroskop zeigt sich ein gemischtes Bild: Einige der Borsten sind an den Spitzen abgerundet, es finden sich aber auch Fasern, die kantig und abgebrochen wirken. Am Zahnfleisch macht sich das aber nicht negativ bemerkbar, es ist nach dem Putzen weder gereizt noch empfindlich. Punkten kann die Happybrush in Sachen Nachhaltigkeit: Komponenten wie die Bürstenaufsätze werden laut Hersteller CO2-neutral produziert.
40.000 Vibrationen pro Minute
Gewicht: 99 Gramm
drei Reinigungsmodi
Einzelpreis Ersatz-Bürstenköpfe: circa 3,50 Euro
Leicht, laut, hart: Oral-B Pulsonic Slim Luxe 4500 elektrische Schallzahnbürste
Kurz und knapp: Das schmale Leichtgewicht im Testfeld fühlt sich beim Putzen am Zahnfleisch eher unangenehm an.
Die nur 59 Gramm leichte Pulsonic Slim Clean 2000 von Oral-B ist besonders für kleine Hände geeignet. Sie bietet wenige, aber ausreichende Funktionen und lässt sich dank einer einzigen Taste leicht bedienen. Das Handstück vibriert kaum mit, wodurch sie sich fast wie eine klassischen Handzahnbürste anfühlt.
Beim Putzen stößt die Pulsonic Slim Luxe 4500 ein unangenehm anschwellendes Geräusch aus, das an einen Probealarm erinnert. Der Timer erinnert nach 30 Sekunden durch Vibration daran, den Zahnbereich zu wechseln. Nach dieser kurzen Zeit ist das Zahnfleisch beim Testputzen allerdings bereits unangenehm gereizt - die Borsten fühlen sich in Aktion sehr hart und "pieksig" an. Auch das Glättegefühl ist weniger gut, da wir dementsprechend zögerlich geputzt haben. Unter dem Mikroskop zeigen sich bei der Pulsonic* einige der Borsten gut gerundet, wir erkennen aber auch teilweise abstehende, spitz wirkende Enden. Für die Pulsonic-Serie sind auch Aufsteckbürsten "Sensitive" erhältlich, die wir im Rahmen dieses Tests aber nicht prüfen.
31.000 Bürstenkopfbewegungen pro Minute
Gewicht: 59 Gramm
drei Programme
Einzelpreis Ersatz-Bürstenköpfe: circa 3,50 Euro
Schallzahnbürste oder rotierend-oszillierende Zahnbürste?
Schallzahnbürsten bewegen den Bürstenkopf durch einen integrierten "Schallwandler" in schnelle, vibrierende Seitwärtsschwingungen. Die Borsten bewegen sich hauptsächlich seitlich/vibrierend, der Kopf rüttelt eher, statt wie bei Rundköpfen sichtbar zu rotieren. Dadurch lösen entsprechende Zahnbürsten Plaque nicht nur mechanisch, sondern erzeugen auch eine starke Flüssigkeitsströmung aus Wasser und Zahnpasta. Da kein Druck ausgeübt werden muss, ist diese Methode für freiliegende Zahnhälse und bei Zahnfleischproblemen gut geeignet.
Rotierend-oszillierende Zahnbürsten (wie die Oral-B iO-Serie) haben kleine, runde Bürstenköpfe, die hin und herschwingen und oft leicht pulsieren. Der runde Kopf ist so konzipiert, dass er jeden Zahn einzeln umschließt. Der Nutzer muss die Bürste nicht selbst bewegen, sondern führt sie von Zahn zu Zahn. Durch den kleinen Kopf lassen sich auch enge Stellen (zum Beispiel hinter den Backenzähnen) gut erreichen.
Schallzahnbürste richtig benutzen - wichtige Tipps
Die Putzbewegung unterscheidet sich bei einer Schallzahnbürste deutlich von jener bei einer klassischen Handzahnbürste oder einer rotierenden Bürste.
1. Der richtige Winkel
Die Schallzahnbürste sollte nicht flach (im 90-Grad-Winkel) auf den Zahn aufgesetzt werden, ein leicht schräger, etwa 45-Grad-Winkel, ist besser. Etwa die Hälfte der Borsten sollte auf dem Zahn, die andere Hälfte auf dem Zahnfleischrand aufliegen - nur so können die Plaque-Reste aus dem Zahnfleischrand und den Zwischenräumen gespült werden.
2. Gleiten statt Schrubben
Die typischen "Schrubb-" oder "Kreisbewegungen" einer Handzahnbürste sind bei Schallzahnbürsten nicht empfehlenswert, die hochfrequenten Schwingungen erledigen hier vielmehr die mechanische Arbeit von selbst. Dabei sollte man langsam und mit sehr wenig Druck die Zahnreihe entlangfahren und in jedem Abschnitt kurz (drei bis fünf Sekunden) anhalten.
Am besten immer die gleiche Route abfahren, um keinen Zahn zu vernachlässigen:
Innenflächen: Mit den schwer erreichbaren Innenflächen beginnen. Bei den Schneidezähnen die Bürste hochkant (senkrecht) halten und vom Zahnfleisch weg nach oben putzen.
Außenflächen: Danach die Außenflächen langsam entlang fahren (wieder im 45-Grad-Winkel)
Kauflächen: Zum Schluss die Kauflächen reinigen (hier flach von oben aufsetzen)
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht. Transparenzhinweis: Die hier getesteten Modelle sind nicht immer die neuesten einer Reihe.




