Produkt-Check Haushalt & Garten

Fünf Produkte, acht Wochen ZeitBlumenerden im Test - das Ergebnis überrascht selbst den Experten

17.04.2026, 19:43 Uhr
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Mit welcher Erde gärtnert es sich am besten? Fünf Produkte im Langzeittest. (Foto: Adobe.com/Kateryna)

Blumenerde gibt es in zig Zusammensetzungen und Preisklassen, aber mit welcher Sorte gedeihen Blumen und Gemüse in Töpfen am besten? Für den ntv Produkt-Check machen wir den Langzeittest. Spoiler: Das Ergebnis überrascht sogar den Garten-Profi.

Von der günstigen Eigenmarke bis zur teuren Bio-Variante - die Auswahl an Blumenerden ist riesig. Was für alle Produkte gilt: Die Erde sollte viel Luft speichern können, weil in Töpfen der Wurzelbereich generell reduziert wird. Für unseren Test pflanzen wir unter Anleitung von Gartenmeister René Wadas Hornveilchen und Feldsalat in fünf unterschiedliche Erden ein und warten acht Wochen ab, ohne dass die Pflanzen anderweitig gedüngt werden.

Generell gilt: Besser auf Erde ohne Torf setzen - für den Abbau von Torf würden Moore zerstört werden, die einen wichtigen Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere darstellten, erklärt der Experte.

Die Blumenerden im Test

Online sind die Blumenerden oft in unterschiedlichen Verpackungsgrößen erhältlich. Um eine Vergleichbarkeit der Produkte zu gewährleisten, berechnen wir für den Test, was jeweils circa zehn Liter kosten.

Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.

Blumenerden im Test - das Fazit

Der ntv Produkt-Check macht deutlich: In Sachen Blumenerde kommt es nicht auf den Preis an, sondern vielmehr auf Inhaltsstoffe, Zusammensetzung und Konsistenz des jeweiligen Produkts. In unserer Stichprobe liefert am Ende die günstigste Erde aus dem Supermarkt, die Bio-Universalerde von Rewe*, am besten ab.

Testsieger: die Bio-Universalerde von Rewe

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REWE Bio-Universalerde, 20 Liter
3,99 Euro

Gleich der erste Eindruck überzeugt: Die torffreie Rewe-Erde riecht frisch und fällt auseinander, wenn man sie vorab mit den Händen zusammendrückt: "Sie ist strukturstabil, denn unsere Pflanzen brauchen viel Luft an der Wurzel und diese Erde verdichtet nicht", erklärt Experte René Wadas.

Wie das Ergebnis nach acht Wochen aussieht? Das Veilchen blüht, wobei die Wurzeln noch genug Luft haben, um sich weiterzuentwickeln - "richtig gut", urteilt der Experte. Auch bei der Feldsalat-Gewichts-Kontrolle kann die Bio-Universalerde von Rewe* überzeugen: Mit 20 Gramm wiegen wir hier die schwerste Ernte bei allen Töpfen im Testfeld.

Was kann die Erde von Compo Sana?

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COMPO SANA Qualitäts-Blumenerde
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4,99 €5,49 €

Die Test-Erde von Compo Sana ist mit einem Preis von circa sieben Euro für zehn Liter deutlich teurer als die Rewe-Eigenmarke. Die Erde fühlt sich sehr feucht an. Die Erde sei "strukturstabil" und besitze einen "hohen Luftanteil. Die Wurzeln können sich gut ausbreiten, erklärt René Wadas. Allerdings sei ihm die Struktur generell "einfach zu grob".

Nach acht Wochen haben sich die Veilchen in der Compo Sana-Erde* gut entwickelt, was sich auch an der Wurzelbildung erkennen lässt. Die Feldsalat-Ausbeute fällt beim größten Setzling mit 16 Gramm ebenfalls zufriedenstellend aus.

Zum Anmischen: die Kokosfaser-Blumenerde von Terra Discount

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Terra Discount Kokosfaserhumus
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Die Kokosfaser-Blumenerde von Terra Discount wird angerührt - so entsteht aus etwa 650 Gramm trockener Erde und 5 Litern Wasser circa 9 Liter gebrauchsfertige Blumenerde. Das erspart das Schleppen schwerer Säcke und ist mit circa vier Euro pro 10 Liter vergleichsweise preiswert. Der Haken: "Eine reine Kokosfasererde hat keine Nährstoffe, vertrocknet relativ schnell, und die Wiederbenässung ist besonders schwierig", erklärt der Experte.

Nach acht Wochen haben sich auch hier die Wurzeln der Veilchen gut entwickelt. Beim Feldsalat fällt die Ernte bei der Kokosfaser-Blumenerde* etwas schmaler aus: Hier wiegen wir bei der größten Pflanze im Test eine Ausbeute von 13 Gramm.

Plantura Blumenerde - Bio ist gut fürs Gemüse

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Wie die Rewe-Erde ist auch die Plantura Blumenerde Bio-gelabelt. "Ich würde, wenn ich die Wahl hätte, immer auf Bio-Blumenerde zurückgreifen", erklärt der Experte. Laut Hersteller enthält die Plantura-Erde neben Kompost u. a. Kalk- und Magnesiumdünger sowie einen überwiegend organischen Dünger, wobei "organisch" nicht zwangsläufig "bio-zertifiziert" bedeutet: Düngemittel sind nach EU-Bio-Recht nicht bio-zertifizierbar, können aber im Fall auch für den Ökolandbau zugelassen sein.

Auch hier sehen wir nach zwei Monaten, dass sich die Veilchen-Wurzeln der Plantura Blumenerde* gut entwickelt haben, das Gewicht der größten Feldsalat-Pflanze ist hier mit 15 Gramm vergleichbar mit dem Ergebnis der Compo-Sana-Erde.

Bio-Schwarzerde von Sonnenerde - teuer und gut?

Das mit Abstand teuerste Produkt im Test ist die Bio-Schwarzerde von Sonnenerde, zehn Liter gibt es hier zum Preis von circa 15 Euro. Ein Preis, der durchaus gerechtfertigt sei, erklärt der Experte. Es handelt es sich hier um eine gemischte Erde aus Bio-Kompost, Pflanzenkohle, Steinmehl, Ziegelsplitt, lehmigem Sand und Hornspänen. Aber es gebe auch einen kleinen Haken: Die Strukturstabilität sei nicht gut, so René Wadas. Deswegen sei die Schwarzerde eher nicht für das Bepflanzen von Töpfen geeignet, sondern eigne sich vielmehr dafür, beispielsweise in ein Hochbeet eingearbeitet zu werden.

Das unterstreicht auch das Ergebnis nach acht Wochen: Die Bio-Schwarzerde ist nicht so stark durchwurzelt und fällt auseinander. Beim Feldsalat erkennen wir Größenunterschiede, die Blätter aus der Bio-Schwarzerde fallen kleiner aus als bei den anderen Erden, die geernteten Blätter der größten Pflanze bringen lediglich sieben Gramm auf die Waage.

So wachsen Pflanzen am besten - wichtige Tipps

Hier drei Dinge, die Hobbygärtner beim Pflanzen zu Hause beachten sollten:

  • Pflanzen sollten nicht direkt in zu große Töpfe gesetzt werden, da überschüssige Erde zu viel Feuchtigkeit speichert und die Wurzeln dadurch faulen können.

  • Düngen direkt nach dem Einpflanzen ist nicht nötig, da sich die Pflanze zunächst an ihre Umgebung gewöhnen muss. Außerdem gilt: Pflanzen aus einem guten Gartencenter sind bereits gedüngt. Frische Wurzeln können durch Dünger sogar verbrannt werden. Also: Erst düngen, wenn die Pflanzen neue Blätter entwickelt haben.

  • Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch besseres Wachstum. Hier gilt wie so oft: Weniger ist mehr!

*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.

Quelle: ntv.de, bbo

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