Innen saftig, außen knusprigDieser Brotbackautomat sorgt im Test für das leckerste Ergebnis
Von Isabella Campanelli
Frisches Brot zum Frühstück, ganz ohne Aufwand: Brotbackautomaten übernehmen das Kneten, Gehenlassen und Backen auf Knopfdruck. Im ntv Produkt-Check haben wir vier Modelle auf die Probe gestellt.
Selbstgebackenes Brot liegt aktuell im Trend. Wer dafür aber nicht stundenlang in der Küche stehen will, greift am besten zum Brotbackautomaten. Diese Geräte bieten zahlreiche Programme - von Vollkornbrot über Sauerteigbrot bis hin zu glutenfreien Varianten. Viele Geräte können inzwischen sogar auch Marmelade oder Joghurt herstellen. Außerdem lassen sie sich in der Regel zeitlich so programmieren, dass man abends einfach nur noch die Zutaten einfüllen muss und das warme, duftende Brot pünktlich zum Frühstück fertig ist. Doch welches Gerät überzeugt wirklich mit einem leckeren, knusprigen Brot? Wir haben den Praxistest gemacht.
So testen wir die Brotbackautomaten von Tefal, Moulinex, Panasonic und Medion
Als Erstes nehmen wir den Aufbau und die Verarbeitung unter die Lupe: Wie hochwertig wirkt das Material und welches Zubehör ist enthalten? Auch die Bedienung spielt eine zentrale Rolle. Dazu prüfen wir, wie logisch die Tasten angeordnet sind, ob das Display gut lesbar ist und checken die Programmvielfalt. Bei allen Geräten wählen wir das Vollkornprogramm mit einer Teigmenge von einem Kilo und mittlerem Bräunungsgrad. Hier zeigt sich, welches Modell am längsten braucht und welches das beste Backergebnis liefert: Hat das Brot eine knusprige Kruste, ein gutes Volumen und überzeugt es auch geschmacklich? Zum Abschluss werfen wir noch einen Blick auf die Reinigung.
Diese vier Brotbackmaschinen testen wir:
Testsieger: Panasonic SD-YR2550 Brotbackautomat, circa 210 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: Tefal Brotbackautomat Pain & Délices, circa 100 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Brotbackautomaten im Test - das Fazit
Alle vier Brotbackautomaten liefern frisches Brot auf Knopfdruck, unterscheiden sich aber deutlich bei Ausstattung, Ergebnis und Preis. Der Panasonic* setzt sich mit dem besten Backergebnis und großer Programmauswahl als Testsieger durch, während der Tefal* als kompakter Allrounder mit vielen Extras, einfacher Bedienung und vergleichsweise kurzer Backzeit das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.
Testsieger: Panasonic SD-YR2550
Kurz und knapp: Der Panasonic Brotbackautomat punktet im Test mit guter Verarbeitung, vielen Programmen und durchdachten Extras wie dem automatischen Zutatenspender. Das Vollkornprogramm dauert zwar am längsten, liefert aber ein saftiges Brot mit toller Kruste und gleichmäßiger Bräunung.
Mit seinen 7,5 Kilo und circa 210 Euro ist der Brotbackautomat von Panasonic mit Abstand das schwerste, wuchtigste und teuerste Gerät im Test. Die Verarbeitung und das Material wirken hochwertig. Der Deckel lässt sich gut öffnen und schließen. Mit insgesamt 31 Programmen - darunter vier für glutenfreies Brot - bietet das Gerät von allen vier Modellen die größte Vielfalt. Die Backform ist von innen beschichtet und lässt sich problemlos einsetzen. Das Display fällt etwas klein aus und ist nicht beleuchtet, doch die Tasten sind selbsterklärend und angenehm zu bedienen.
Ein besonderes Extra ist der automatische Spender für Nüsse oder Hefe, der die Zutaten zum passenden Zeitpunkt hinzufügt. Das Vollkornprogramm dauert stolze fünf Stunden. Das Gerät zeigt dabei an, in welcher Programmphase es sich gerade befindet. Ein Sichtfenster im Deckel fehlt allerdings. Weiterer Unterschied zu den anderen Geräten: Der Panasonic SD-YR2550* startet nicht direkt mit dem Kneten, sondern pausiert zunächst, um alle Zutaten auf eine einheitliche Temperatur zu bringen. Erst nach etwa einer Stunde startet der Knetprozess. Sobald das Brot fertig gebacken ist, wechselt der Automat in die Warmhaltefunktion.
Das Ergebnis beweist, dass sich das Warten lohnt. Das Brot lässt sich mühelos aus der Form lösen, ist gleichmäßig gebräunt und saftig. Besonders überzeugt uns die leckere Kruste. Der Knethaken bleibt zwar im Brot stecken, hinterlässt aber nur ein kleines Loch. Nach dem Backen weichen wir die Form kurz in Wasser ein. Danach lässt sie sich leicht reinigen. Die Backform ist nicht spülmaschinengeeignet - wie bei allen Modellen im Test.
Der Panasonic SD-YR2550 im Überblick:
31 Backprogramme
3 Bräunungsgrade und 3 Größen wählbar
Leistung: 550 Watt
Gewicht: 7,5 kg
Maße: 25,2 x 40,8 x 36,2 cm
Warmhalte- und Timerfunktion (13 Stunden)
Material: Aluminium und Kunststoff
Display: nicht beleuchtet
Deckel: ohne Sichtfenster
Zubehör: 2 Knethaken, Messbecher, Messlöffel, Sauerteiglöffel, Quick-Guide mit Rezepten
Extras: Marmeladen- und Sauerteigzubereitung möglich, eingebauter Hefe- und Nussspender
Preis-Leistungs-Sieger: Tefal Pain & Délices
Kurz und knapp: Der Tefal Pain & Délices ist kompakt, leicht zu bedienen und bietet viele Programme, darunter glutenfreie Optionen sowie Joghurt- und Marmeladenfunktion. Das Vollkornprogramm läuft vergleichsweise schnell und liefert ein saftiges Brot mit schöner Kruste.
Der Tefal Pain & Délices ist mit seinen 4,7 Kilo deutlich leichter und kompakter als das Modell von Panasonic - ideal also für Einsteiger oder kleinere Küchen. Die Kombination aus Edelstahl und Kunststoff wirkt optisch hochwertig, und auch die Bedienung gestaltet sich unkompliziert. Praktisch: Zum Lieferumfang gehören ein Joghurtbecher und ein Abtropfsieb, mit denen sich im Gerät neben Brot sogar Joghurt oder Marmelade zubereiten lässt. Das Display ist nicht beleuchtet, aber gut ablesbar. Mit insgesamt 20 Programmen, darunter auch drei glutenfreie, bietet Tefal eine große Auswahl.
Das normale Vollkornprogramm dauert 2:45 Stunden. Ein Schnellprogramm reduziert die Zeit sogar auf knapp über zwei Stunden. Ein Sichtfenster im Deckel fehlt zwar, dafür informiert das Display über die aktuelle Programmphase - vom Kneten über die Ruhezeit bis zum Backen. Nach dem Ende signalisiert der Automat leise durch einen Signalton, dass das Brot fertig ist, und wechselt anschließend in den Warmhaltemodus.
Das Backergebnis im Test kann sich sehen lassen: Das Brot ist gleichmäßig aufgegangen und rundum gut gebräunt. Der Knethaken steckt zwar im Brot, lässt sich jedoch mit einem beiliegenden Hilfshaken problemlos entfernen. Die beschichtete Backform ist etwas kleiner als beim Panasonic, ermöglicht aber ebenfalls ein müheloses Herauslösen. Backform und Knethaken vom Tefal Brotbackautomaten* lassen sich nach kurzem Einweichen leicht per Hand reinigen.
Der Tefal Pain & Délices im Überblick:
20 Backprogramme
3 Bräunungsgrade und 3 Größen wählbar
Leistung: 550 Watt
Gewicht: 4,7 kg
Maße: 29 x 32,5 x 29 cm
Warmhalte- und Timerfunktion (15 Stunden)
Material: Edelstahl, Kunststoff
Display: nicht beleuchtet
Deckel: ohne Sichtfenster
Zubehör: 1 Knethaken, Messbecher, Messlöffel, Joghurt-Zubereiter, Hilfshaken, Rezeptbuch
Extras: Joghurt- und Marmeladenzubereitung möglich
Moulinex Brotbackautomat - gute Handhabung, zu wenig Vielfalt
Kurz und knapp: Der Moulinex ist leicht zu bedienen, einfach zu reinigen und liefert ein solides Backergebnis. Er bietet aber die wenigsten Programme und wirkt weniger hochwertig als die Konkurrenz. Für rund 150 Euro ist die Ausstattung, vor allem im Vergleich zum vielseitigeren Tefal-Modell, überschaubar.
Schon auf den ersten Blick fällt auf: Die Brotbackautomaten von Moulinex und Tefal sehen sich zum Verwechseln ähnlich. Sie haben die gleiche Form und auch etwa die gleiche Tastenlogik. Das liegt daran, dass beide Marken zum französischen Haushaltsgeräte-Konzern Groupe SEB gehören. Dennoch stellen wir im Praxischeck einige Unterschiede fest: Der Moulinex bietet mit gerade mal 12 Programmen - darunter eins glutenfrei - die geringste Vielfalt in unserem Test. Auch eine Joghurtzubereitung fehlt. Dafür kann der Automat Marmelade herstellen und kommt ebenfalls mit einer beschichteten Backform daher. Statt einer Edelstahl-Kombi wie beim Tefal besteht das Gehäuse überwiegend aus Kunststoff, was ihn optisch etwas weniger hochwertig wirken lässt.
Das Vollkornprogramm dauert 2:40 Stunden, also ähnlich lang wie beim Tefal-Modell. Gestartet wird direkt mit dem Kneten, erst langsamer und dann schneller. Nach etwa einer halben Stunde wechselt das Gerät in die Ruhephase. Die Bedienung ist sehr übersichtlich. Leider ist das Display nicht beleuchtet und auch hier fehlt ein Sichtfenster im Deckel. Wer seinen Teig kontrollieren möchte, muss also den Deckel öffnen und verliert dabei Hitze.
Im Test lässt sich das Brot direkt aus der Form lösen, der Knethaken kann einfach mit dem Hilfshaken entfernt werden. Im Vergleich zu den anderen Broten entsteht ein recht großes Loch durch den Knethaken. Das sorgt auch dafür, dass das Brot beim Anschneiden leicht auseinanderbricht. Optisch ähnelt der Laib dem des Tefal-Geräts - inklusive Bräunung und Form, was auch an der sehr ähnlichen Backform liegen dürfte. Die Reinigung gelingt nach kurzem Einweichen unkompliziert per Hand. Angesichts des Preises von rund 150 Euro bietet der Moulinex* in unserem Test wenig Programmauswahl und Extras. Er kann uns insbesondere im Vergleich zum Tefal-Modell nicht überzeugen.
Der Moulinex Brotbackautomat im Überblick:
12 Backprogramme
3 Bräunungsgrade und 3 Größen wählbar
Leistung: 720 Watt
Gewicht: 3,8 kg
Maße: 29 x 31 x 29 cm
Warmhalte- und Timerfunktion (15 Stunden)
Material: Kunststoff
Display: nicht beleuchtet
Deckel: ohne Sichtfenster
Zubehör: 1 Knethaken, Messbecher, Hilfshaken, Messlöffel, Rezeptbuch (27 Rezepte)
Extras: Marmeladenzubereitung möglich
MEDION Brotbackautomat - gute Ausstattung, Schwächen beim Backergebnis
Kurz und knapp: Der MEDION Brotbackautomat punktet im ntv Produkt-Check mit einem günstigen Preis, 19 Programmen sowie einem Sichtfenster und einem beleuchteten Display. Beim Backergebnis schwächelt er aber: Das Brot fällt etwas ein, die Kruste bleibt ausbaufähig und das Knethakenloch ist recht groß.
Der Brotbackautomat von MEDION ist mit circa 60 Euro das günstigste Gerät in unserem Test. Positiv fällt auf: Es gibt ein Sichtfenster im Deckel und das Display ist beleuchtet. Außerdem gefällt uns die schlanke, kompakte Form. Weniger gelungen: Der Deckel schließt nicht ganz sauber und muss nachjustiert werden. Mit 19 Programmen - darunter auch für Joghurt und Marmelade - bietet der MEDION eine ordentliche Auswahl. Die Tasten sind leicht zu bedienen, die Funktionen verständlich, und die antihaftbeschichtete Form lässt sich einfach einsetzen. Dank der Antirutsch-Füße steht das Gerät stabil.
Das Vollkornprogramm dauert insgesamt knapp über vier Stunden. Zu Beginn wird der Teig geknetet, nach wenigen Minuten ist er bereits zu einer Kugel geformt. Nach etwa zehn Minuten folgt die Ruhephase. Währenddessen heizen sich die Spiralen auf, um den Teig beim Gehen zu unterstützen. Praktisch: Im Verlauf zeigt das Gerät an, wann der richtige Zeitpunkt ist, um zusätzliche Zutaten hinzuzugeben - einen automatischen Nuss- oder Hefespender wie beim Panasonic gibt es jedoch nicht.
Nach dem Backen schaltet der MEDION* automatisch in den Warmhaltemodus. Das Brot lässt sich allerdings nicht direkt aus der Form lösen, hier müssen wir mit einem Teigschaber nachhelfen. Auch das Backergebnis überzeugt uns nur teilweise: Das Brot ist leicht eingesackt, die Kruste könnte knuspriger sein, und das Loch des Knethakens ist vergleichsweise groß. Immerhin ist der Laib gleichmäßig durchgebacken und schmeckt lecker. Die Reinigung ist unkompliziert: Backform und Zubehör lassen sich mit Wasser und Spülmittel leicht abwaschen, das Gehäuse wird einfach mit einem feuchten Tuch abgewischt.
Der MEDION Brotbackautomat im Überblick:
19 Backprogramme
3 Bräunungsgrade und 3 Größen wählbar
Leistung: 550 Watt
Gewicht: 3,75 kg
Maße: 35 x 24 x 30 cm
Warmhalte- und Timerfunktion (15 Stunden)
Material: Kunststoff
Display: beleuchtet
Deckel: mit Sichtfenster
Zubehör: 1 Knethaken, Messbecher, Hilfshaken, Messlöffel, Kurzanleitung
Extras: Marmeladen- und Joghurtzubereitung möglich
Das Rezept für unser Vollkornbrot im Brotbackautomaten:
330 ml Wasser
3 EL Öl
1 TL Salz
1 EL Zucker
200 Gramm Weizenmehl
280 Gramm Vollkornmehl
1 TL Trockenhefe
So gelingt das beste Brot im Brotbackautomaten
Erst die flüssigen Zutaten, dann die trockenen Zutaten hinzufügen. Am Schluss kommt die Trockenhefe - hier darauf achten, dass diese nicht mit Wasser in Berührung kommt. Es kann helfen, dafür eine kleine Mulde im Mehl zu bilden.
Die Brotbackform am besten immer außerhalb des Automaten befüllen, denn sonst landet das Mehl schnell mal auf den Heizstäben und brennt sich ein.
Für ein gutes Ergebnis sollten alle verwendeten Zutaten Zimmertemperatur haben.
Frisch gebackenes Brot sollte bei Raumtemperatur gelagert werden. Ein Brotkasten aus atmungsaktiven Materialien wie Holz ist ideal, da so der Feuchtigkeitsaustausch optimal reguliert wird. Um Schimmelbildung zu vermeiden, sollte der Brotkasten regelmäßig gereinigt werden.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.



