Fünf beliebte Modelle zwischen 8,8 und 12 Zoll im VergleichVon Premium- bis Budget-Laufrad - worauf es beim Kauf ankommt

Dieses Ostergeschenk für Kleinkinder ist ein Volltreffer: Schon ab etwa zwei Jahren düsen sie mit Laufrädern los, ohne dass Mama oder Papa permanent hinterher laufen müssen. Für den ntv Produkt-Check haben wir uns fünf Modelle angeschaut.
Stützräder waren gestern, heute fährt Kind Laufrad! Die bunten Flitzer sind überall präsent, für Millionen Kids bedeuten die pedallosen Zweiräder der erste Schritt in Richtung "richtiges" Radfahren. 18 Monate ist das gängige Alter für den Einstieg ins Laufrad-Business. Aber welches Mini-Bike eignet sich für welche Bedürfnisse, und wie tief müssen Eltern in die Tasche greifen, um ihre Kinder wirklich sicher ans Radfahren heranzuführen?
So vergleichen wir die Laufräder
Wir schauen uns an, für welches Alter die Laufräder geeignet sind, je nach Hersteller grob von 1 bis 8 Jahren. Auch der Einstieg ist wichtig: Ein niedriger Rahmen und ein sinnvoll platziertes Trittbrett machen das Auf- und Absteigen einfacher.
Als Nächstes geht es um Gewicht und Belastbarkeit. Ein leichtes Laufrad lässt sich von Kindern besser kontrollieren und ist unterwegs schneller mal angehoben. Gleichzeitig wird geprüft, welche maximale Tragkraft angegeben ist, weil sie zeigt, wie lange ein Modell genutzt werden kann.
Auf der Strecke zeigen die Reifen den größten Unterschied. Luftreifen dämpfen Unebenheiten spürbar und greifen auf Pflaster, Schotter oder nassem Asphalt oft souveräner, EVA-Schaum bleibt dafür pannensicher und wartungsarm. Sicherheitsdetails wie Bremsen, Lenkeinschlagsbegrenzung prüfen wir ebenso wie Extras etwa wasserfester Sattel oder integrierte Fußstütze.
Die Laufräder im Vergleich
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Laufräder im Vergleich - das Fazit
Im Vergleich reicht die Spanne vom Premium-Leichtgewicht bis zum einfachen Einsteiger: Das WOOM GO 1* setzt auf hohe Qualität und viel Sicherheit, kostet aber deutlich mehr als alle anderen Modelle. Das PUKY LR M* ist robust und mit Trittbrett ausgestattet, das Bixe* ist leicht und günstig, das Lionelo Bart Air* punktet mit großem Verstellbereich und Luftreifen, Chillafish Charlie* liefert den leichten Retro-Start mit pannensicheren Rädern.
WOOM GO 1 Laufrad: angesagt, sicher, teuer
Kurz und knapp: Hochwertig, mit Handbremse und Einschlagsbegrenzung, aber teuer und ohne Trittbrett im Paket.
Wer nach einem Laufrad Ausschau hält, kommt an der Marke Woom kaum mehr vorbei. Der österreichisch-amerikanische Hersteller mit Sitz in Klosterneuburg in Niederösterreich ging 2010 an den Start, mittlerweile ist ein regelrechter Hype um die Bikes in knalligen Farben entstanden. Mit dem WOOM GO 1 richtet sich Woom an seine kleinsten Kunden zwischen 82 und 100 cm. Das Laufrad wiegt drei Kilo und ist mit bis zu 50 Kilo belastbar. Die Vorteile: Der Einstieg ist tief, der Sattel mit einem Imbus leicht höhenverstellbar.
Das Rad verfügt über eine Handbremse, wobei die Kleinen in der Regel über die Füße bremsen. Besonders ist die sogenannte Einschlagsbegrenzung: Der Lenker stoppt, wenn der kleine Fahrer zu weit nach rechts oder links dreht - dem Hersteller zufolge soll genau das Stürze vermeiden. Mit circa 250 Euro liegt das WOOM GO 1* definitiv im obersten Segment - ein stolzer Preis, wenn man bedenkt, wie schnell die Kids wachsen. Im Gegensatz zu den günstigeren Modellen im Vergleich verfügt das woom-Bike über Schwalbe-Lufträder mit geringem Rollwiderstand. Ein Trittbrett zum Abstellen der Füße ist nicht im Lieferumfang enthalten, kann aber für rund 20 Euro extra erworben und entsprechend montiert werden.
Empfohlenes Alter: 1,5 bis 3,5 Jahre
Radgröße: 12 Zoll
Gewicht: 3 kg
Material Rahmen: Aluminium
Bereifung: Luftreifen
Extras: Lenkeinschlagsbegrenzer, Hinterradbremse, wasserfester Sattel
PUKY LR M Laufrad: robust, gutes Fahrverhalten
Kurz und knapp: Robust und schnell startklar, aber ohne Handbremse und mit harten EVA-Reifen.
Mit einem Preis von circa 100 Euro ist das PUKY LR M deutlich günstiger und mit einem Gewicht von 3,5 Kilogramm nur wenig schwerer als das Laufrad von Woom, verfügt allerdings nicht über eine Handbremse. Dafür hat das PUKY LR M ein großes Trittbrett zum Abstellen der Füße, was den Gleichgewichtssinn der kleinen Fahrer stärken soll. Lenker und Sattel sind höhenverstellbar und damit bis zu einer Größe von 110 cm nutzbar - im Gegensatz zum WOOM GO 1 ist das Rad jedoch laut den Herstellerangaben nur mit 25 Kilo belastbar. Ein weiterer Unterschied: Auf die Lenkeinschlagsbegrenzung wurde verzichtet. "So kann sich der Lenker im Falle eines Sturzes flach auf den Boden legen. Das PUKY Lenkerpolster sorgt für zusätzlichen Schutz", heißt es in der Herstellerbeschreibung. Die Reifen bestehen aus Ethylen-Vinylacetat (EVA), einer speziellen Kunststoffmischung: Räder aus entsprechendem Material seien "recht hart, federn kaum und seien oft rutschiger als die Luftreifen", schreibt Stiftung Warentest in einem Testbericht aus dem Jahr 2021. Dadurch seien sie für unebene Wege eher nicht so gut geeignet, auf Asphalt mache es aber kaum einen Unterschied. In den Amazon-Bewertungen gilt das PUKY LR M* als robust. Der Aufbau geht laut Käufern schnell und unkompliziert, das Fahrverhalten bekommt ebenfalls viel Lob.
Empfohlenes Alter: ab 2 Jahren
Radgröße: 8,8 Zoll
Gewicht: 3,5 kg
Material Rahmen: Aluminium
Bereifung: EVA-Softreifen
Extras: Trittbrett und Lenkerpolster
Bixe 12 Zoll Laufrad: leicht und preiswert
Kurz und knapp: Günstig und sehr leicht, mit schlichter Ausstattung.
Noch günstiger als das Puky-Starterbike ist das 12-Zoll-Kinder-Laufrad von Bixe für circa 33 Euro. Gedacht ist das Modell für Kinder von 2 bis 5 Jahren. Die maximale Belastbarkeit liegt bei 30 Kilogramm. Viele Nutzer heben das geringe Gewicht von rund 2,1 Kilogramm positiv hervor. Lenker und Sattel lassen sich in der Höhe verstellen. Der Rahmen besteht überwiegend aus Aluminium und wird teilmontiert geliefert. Wie beim Puky-Laufrad fehlt eine Handbremse. Ein Trittbrett zum Abstellen der Füße gibt es nicht. Die Hartgummi-Reifen sind mit Luft gefüllt. Amazon-Kunden zeigen sich mit Qualität, Gewicht und Design des Laufrads überwiegend zufrieden und beschreiben es als schick, sehr leicht und kindgerecht. Auch der Aufbau beim Bixe Laufrad* kommt gut weg: Der gilt als unkompliziert und in kurzer Zeit erledigt.
Empfohlenes Alter: 2 - 5 Jahre
Radgröße: 12 Zoll
Gewicht: 2,1 kg
Material Rahmen: Aluminium
Bereifung: Luftreifen
Extras: Tragegriff, werkzeugloser Sitzumbau
Lionelo Bart Air Laufrad: mit Luftreifen und Lenksperre
Kurz und knapp: Gute Dämpfung, aber Rücktritt statt Handbremse.
Mit einer maximalen Belastung von bis zu 30 Kilogramm ist das Bart Air auf längere Nutzung ausgelegt. Praktisch ist dabei der große Verstellbereich: Der Sattel lässt sich von 35 bis 43 Zentimeter anpassen, der Lenker von 50 bis 57 Zentimeter. Auf der Strecke rollen gepumpte 12-Zoll-Profilräder. Die Lenkergriffe bestehen aus rutschfestem Material, sollen die Hände bei einem Sturz schützen und sind zusätzlich gegen seitliches Verrutschen gesichert. Für mehr Kontrolle ist eine Lenkeinschlagsbegrenzung an Bord, außerdem sind die Kanten am Rad abgerundet. Gebremst wird per Rücktritt. Viele Amazon-Kunden beschreiben es als stabil und leicht. Einige sehen bei der Verarbeitung und der Montage des Lionelo Bart Air Laufrads* noch Verbesserungspotential.
Empfohlenes Alter: 2 bis 6 Jahre
Radgröße: 12 Zoll
Gewicht: 3,8 kg
Material Rahmen: Druckgussrahmen aus Magnesiumlegierung
Bereifung: Luftreifen
Extras: Lenksperre, integrierte Fußstütze, Tragegriff im Rahmen
Chillafish Charlie Laufrad: stabile Reifen, integrierter Tragegriff
Kurz und knapp: Leicht, wartungsarm und mit einer leichtgängigen Lenkung.
Das Laufrad ist auf Kinder von 18 bis 48 Monaten ausgelegt und punktet vor allem mit seinem geringen Gewicht als unkompliziertes Einsteigermodell. Der Sitz lässt sich von 28 bis 37 Zentimeter verstellen, der Lenker von 47,6 bis 50,4 Zentimeter. Praktisch im Alltag ist der integrierte Tragegriff. Eine separate Bremse gibt es nicht, gebremst wird - wie bei vielen Einsteiger-Laufrädern - mit den Füßen. In Bewertungen auf Amazon werden die Verarbeitung, das leichte Handling und die Optik im Retro-Stil gelobt. Viele beschreiben das Laufrad als stabil und berichten, dass die Reifen des Chillafish Charlie Laufrads* auch nach mehreren Stürzen weiterhin zuverlässig halten. Auch der Aufbau gilt als schnell erledigt und unkompliziert. Positiv erwähnt wird zudem die leichtgängige Lenkung, die den Einstieg erleichtert.
Empfohlenes Alter: 1,5 bis 4 Jahre
Radgröße: 10 Zoll
Gewicht: 2,5 kg
Material Rahmen: Legierter Stahl
Bereifung: EVA-Reifen
Extras: integrierter Tragegriff
Das richtige Laufrad für mein Kind kaufen - was ist wichtig?
Zunächst gilt: Beim Kauf des ersten Laufrads für ein Kind sollten Eltern vor allem Handhabung, Sicherheit und den Fahrspaß für die Kleinen im Blick halten. Wichtige Anhaltspunkte sind:
Sattel und Lenker sollten höhenverstellbar sein, damit das Rad mitwachsen kann. Beim Sitzen sollte das Kind mit beiden Füßen flach auf dem Boden stehen.
Das Laufrad sollte möglichst leicht sein, damit das Kind es selbstständig aufheben kann und Begleiter das Rad im Fall leicht transportieren können.
Ein tiefer Einstieg erleichtert das Auf- und Absteigen, besonders für kleinere Kinder.
Der Lenker sollte nicht zu breit und an den Enden abgerundet sein. Ein Prallschutz federt Verletzungen bei Stürzen ab.
Ein Trittbrett kann sinnvoll sein, damit das Kind die Füße abstellen kann, wenn es Schwung geholt hat.
Generell gilt: "Laufräder fallen unter die Spielzeugnorm EN 71. Alle in der EU vertriebenen Laufräder müssen diese Norm erfüllen. Mit Anbringung des CE-Zeichens erklärt der Hersteller, dass sein Produkt alle EU-weiten Anforderungen an Sicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz erfüllt", erklärt Sebastian Rösch, Leiter Spielzeugprüflabor TÜV Rheinland in Nürnberg, gegenüber ntv.
*Die Testredaktion rund um den "ntv Produkt-Check" ist unabhängig, erwirbt Produkte für ihre Tests auf eigene Kosten und bewertet bei Tests wie bei Vergleichen nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.



