Haptik, Sound, BedienungBei diesen Over-Ear-Kopfhörern stimmt das Gesamtpaket

Musik, Podcasts, Hörspiele - ohne Kopfhörer verlassen viele Menschen nicht mehr das Haus. Die Auswahl ist groß, aber mit welchen gibt's wirklich gut was auf die Ohren? Der ntv Produkt-Check prüft fünf Over-Ear-Modelle.
Unterwegs die Lieblingssongs streamen, noch schnell den News des Tages lauschen - dank Smartphone und entsprechender Kopfhörer ist das immer und überall möglich. Aber welche liefern wirklich den besten Sound? Der ntv Produkt-Check stellt fünf Modelle zwischen 50 und 300 Euro auf den Prüfstand.
Over-Ear-Kopfhörer im Test - das Fazit
An der Testspitze landet der Bose QuietComfort* aus dem oberen Preissegment - hier überzeugen Verarbeitung, Sitz, Bedienung und Sound gleichermaßen, das Noise Cancelling lässt sogar Staubsauger-Geräusche nahezu komplett verschwinden. Deutlich günstiger liefert auch der Anker soundcore Q30* im Test zuverlässig ab: Der etwas schwerere Kopfhörer sitzt bequem, punktet ebenfalls im ANC-Modus und lässt sich wie der Bose mit zwei Geräten gleichzeitig koppeln.
So testen wir die Over-Ear-Kopfhörer von Sony, Bose, JBL, Anker und EarFun
Alle Kopfhörer durchlaufen das gleiche Testverfahren. Am Anfang steht die Frage nach Haptik und Verarbeitung, anschließend wird die Bluetooth-Komptabilität gecheckt. Welche Funktionen bringen die Modelle mit, wie einfach ist die Handhabung? Anschließend soll der Praxistest zeigen, wie es in verschiedenen Alltagssituationen um die Klangqualität bestellt ist und wie zuverlässig das Noise Cancelling funktioniert.
Testsieger: Bose QuietComfort, circa 236 Euro*
Preis-Leistungs-Sieger: Anker soundcore Q30, circa 70 Euro*
Hinweis: Die Preise sind volatil, Händler passen bisweilen auch die unverbindliche Preisempfehlung (UVP) an. Sollten sich die Preise von den hier angegebenen unterscheiden, wurden sie nach Veröffentlichung des Artikels durch den Händler geändert.
Over-Ear-Kopfhörer - Bose überzeugt mit Hochwertigkeit
Kurz und knapp: Verarbeitung, Sound, Tragekomfort, Handhabung - die Bose QuietComfort-Kopfhörer* bieten ein hervorragendes Gesamtpaket und sichern sich damit den Testsieg.
Gleich auf den ersten Blick wirken die Kopfhörer sehr hochwertig verarbeitet, die Bluetooth-Verbindung klappt problemlos. Sie lassen sich mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden, wobei Lautstärke, Start und Stopp und der Wechsel zwischen ANC und Transparenzmodus über verschiedene Knöpfe an den Ohren einstellbar sind. Ein weiterer Pluspunkt: Beim Wechsel pausiert die Musik oder der Podcast kurz.
Der Sound der Kopfhörer sowie das Noise Canceling überzeugen, laute Geräusche in der nahen Umgebung (Staubsauger etc.) werden maximal als sehr leises Störgeräusch wahrgenommen. Auch im Transparenzmodus spielen Musik und Podcasts klar ab. Die Kopfhörer sitzen bequem und sind mit 240 Gramm vergleichsweise leicht, selbst beim Joggen verrutscht nichts. Einziger, kleiner Minuspunkt: Beim Fahrradfahren und Laufen sind die Windgeräusche im Normal-Modus teilweise so laut, dass es unangenehm ist.
Preis-Leistungs-Sieger: Over-Ear-Kopfhörer Anker Q39 kann mithalten
Kurz und knapp: Wer weniger Geld ausgeben möchte, ist mit dem Anker soundcore Q30-Kopfhörer* gut bedient. Bei etwas mehr Eigengewicht stimmen auch hier Sound, Modi und Tragegefühl.
Die Kopfhörer von Anker sitzen bequem und stören auch bei langem Tragen nicht, allerdings ist dieses Gadget mit 272 Gramm etwas schwerer als der Testsieger von Bose. Auch hier sind zwei Geräte zeitgleich koppelbar, Sound wie ANC-Modus überzeugen im Test. Sogar im normalen Modus sind laute Umgebungsgeräusche nicht unangenehm, erst im Transparenzmodus werden sie deutlich hörbar. Etwas ungünstig: Wenn man zwischen den Modi wechselt, stoppt die Musik oder der Podcast nicht und läuft im Hintergrund leise weiter. Der Modi-Wechsel dauert vier Sekunden - also lieber erst pausieren, dann umschalten.
Auch bei den Anker-Kopfhörern sind Windgeräusche im Transparenzmodus sehr laut und unangenehm, in den anderen beiden Modi stören sie aber nicht.
Over-Ear-Kopfhörer SonyWH-1000XM4 fühlen sich im Test gut an
Kurz und knapp: Die Sony WH-1000XM4-Kopfhörer* bieten einen guten Sound und sitzen gut, die Handhabung erfordert hier allerdings etwas Gewöhnung.
Die teuersten Kopfhörer im Test machen einen hochwertig verarbeiteten Eindruck und fühlen sich gut an. Ein Doppel-Klinkenstecker ist im Lieferumfang enthalten, die Bedienung ist gewöhnungsbedürftig: Der Sony WH-1000XM4-Kopfhörer hat nur zwei sichtbare Knöpfe "An/Aus" und "ANC" - alle übrigen Funktionen wie nächster/vorheriger Track, lauter/leiser, Pause/Start, werden über Touch-Gesten an der rechten Ohrmuschel gesteuert. Wechselt man zwischen normalem, Transparenz- und ANC-Modus, laufen Songs oder Podcasts leise im Hintergrund weiter.
Die Kopfhörer sind bei einem Gewicht von 254 Gramm leicht zu tragen und rutschen selbst beim Joggen nicht. Der Sound überzeugt, aber auch hier hört man im Transparenzmodus die Windgeräusche beim Radfahren. Im Noise-Cancelling-Modus werden selbst die Geräusche einer Siebträgermaschine in Aktion fast nahezu ausblendet.
Over-Ear-Kopfhörer JBL Tune 760 punkten mit einfacher Bedienung
Kurz und knapp: Die Bedienung der JBL Tune 760-Kopfhörer* ist einfach, beim Sitz stellen wir im Test leichte Schwächen fest.
Die Kopfhörer von JBL sind die einzigen im Test, die ohne Hülle geliefert werden. Die Bedienung ist einfach, alle Knöpfe befinden sich an der rechten Ohrmuschel und sind dank der unterschiedlichen Haptik leicht erkennbar. Die Kopfhörer lassen sich mit zwei Geräten gleichzeitig verbinden, wobei es beim Wechsel der Abspielplattformen zu leichten Verzögerungen kommen kann.
Mit einem Gewicht von 220 Gramm sind die JBL Tune 760 die leichtesten Kopfhörer im Testfeld - allerdings sitzen sie unserem Empfinden nach sehr eng und drücken dadurch etwas. Unter den Muscheln werden die Ohren schnell warm, ein leichtes Störgefühl entwickelt sich bereits nach kurzer Zeit.
Der ANC-Modus überzeugt nicht komplett, zum Transparenzmodus ist kaum ein Unterschied erkennbar. Aber: Selbst im Transparenzmodus werden Geräusche gut abgeschirmt - völlig ausreichend für den Alltag. Die Kopfhörer haben damit einen entscheidenden Vorteil: Selbst starke Windgeräusche beim Fahrradfahren und Joggen sind im Transparenzmodus hier kaum wahrzunehmen.
Over-Ear-Kopfhörer EarFun Wave Pro - bequem, aber mit Geruch
Kurz und knapp: Der erste Eindruck beim Auspacken: Die EarFun Wave Pro* riechen stark nach Plastik und wirken nicht hochwertig verarbeitet - die Verbindung mit dem iPhone klappt aber schnell und problemlos.
Die Kopfhörer sitzen leicht locker und wackeln bei Bewegung etwas hin und her - ansonsten sind sie bequem, mit 266 Gramm jedoch kein Fliegengewicht. Windgeräusche sind im normalen Modus teilweise sehr laut, beim Joggen werden die Ohren schnell warm. Und: Die EarFun Wave Pro sind die einzigen Kopfhörer im Test, die nach einem schweißtreibenden Sportprogramm unangenehm riechen.
Neben dem Power-Knopf besitzen die Kopfhörer an der rechten Ohrmuschel einen Knopf fürs ANC und einen länglichen Knopf, um lauter und leiser zu stellen. Den länglichen Knopf muss man an der richtigen Stelle ein paar Sekunden gedrückt halten, um den nächsten Track zu starten - vor allem beim Joggen erweist sich das als eher unpraktisch. Wechselt man zwischen ANC-, Transparenzmodus und dem normalen Modus, erfolgt das mit Ansage - praktisch, aber: Die Musik verstummt komplett, läuft aber gleichzeitig weiter. So werden je nach Modus zwei bis vier Sekunden verpasst.
Im Vergleich zum Testsieger ist ein deutlicher Unterschied im Transparenzmodus erkennbar: Bei den EarFun-Kopfhörern klingt der Modus weniger realistisch, sondern eher etwas dumpf. Der Noise-Cancelling-Modus kann hingegen überzeugen, der Sound auch.
*Die Testredaktion rund um den ntv Produkt-Check ist unabhängig, erwirbt alle Produkte auf eigene Kosten, führt Tests durch und bewertet nach objektiven Kriterien. Wenn Sie ein Produkt über einen Link kaufen sollten, erhalten wir eine Provision. Der Preis ändert sich dadurch nicht.
Dieser Artikel erschien erstmalig am 30. Juni 2025 und wurde danach redaktionell bearbeitet.




