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Baden-WürttembergNaturschützer: Fischotter brauchen mehr gesunde Gewässer

29.09.2026, 04:03 Uhr
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Fischotter kehren langsam zurück, doch Flussbegradigungen und Schadstoffe machen ihnen zu schaffen. Welche Lösungen schlagen Experten vor?

Stuttgart (dpa/lsw) - Um die Ausbreitung der seltenen Fischotter in Baden-Württemberg voranzutreiben, sind aus Sicht von Fachleuten naturnahe Gewässer, Schutz- und Ruhezonen wichtig. Neben strukturellen Problemen wie Flussbegradigungen, Uferverbauungen und Wasserentnahmen seien Einträge von Schadstoffen oder aus der Landwirtschaft zentrale Belastungen, erklärte die Artenschutzreferentin des Naturschutzbunds (Nabu) Baden-Württemberg, Alexandra Ickes. Fischotter bräuchten beispielsweise Versteckmöglichkeiten in Gewässernähe und ein reichhaltiges Angebot vor allem an Fischen.

Auch sollten die Tiere laut Ickes in Managementplänen für Naturschutzgebiete stärker berücksichtigt werden, um Fischotter dauerhaft in Baden-Württemberg zu halten. "Gleiches gilt für die Einrichtung geeigneter Wildruhezonen."

Laufstege unter Brücken

Damit die Tiere nicht im Straßenverkehr sterben, sollten Brücken an Gewässern überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. "Befinden sich unter den Brücken geeignete Laufbarren beziehungsweise Laufstege, können Fischotter die Straßen gefahrlos unterqueren, anstatt sie oberirdisch überqueren zu müssen", so die Fachfrau. Instinktiv schwimmen sie nicht unter Brücken durch.

Der Fischotter ist den Angaben nach seit der letzten Eiszeit in Mitteleuropa heimisch und war bis Ende des 19. Jahrhunderts fast überall in Baden-Württemberg verbreitet. In den 1930er und 1940er Jahren sei er jedoch infolge menschlicher Verfolgung sowie durch die Verschmutzung und Veränderung der Gewässer ausgerottet worden. Seit 2017 gebe es - meist nur sehr vereinzelte - Nachweise, beispielsweise an Dreisam, Elz, Donau, Tauber oder Jagst.

Quelle: dpa

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