Baden-WürttembergWarum Luxus-Lamborghinis nun unter den Hammer kommen

Porsche, Rolex, Lamborghini: In Stuttgarter werden Luxus-Autos und Uhren von mutmaßlichen Kriminellen versteigert. Es handelt sich um die bislang größte Justizauktion des Landes.
Stuttgart (dpa/lsw) - Rolex fürs Handgelenk, Harley-Davidson für die Straße und ein Lamborghini mit satten 780 PS: Bei der nach Behördenangaben bislang größten Justizauktion des Landes kommt beschlagnahmter Luxus unter den Hammer. In drei Wochen (24. Oktober) sollen im Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart 15 Autos, vier Luxusuhren und drei Motorräder versteigert werden. Die Fahrzeuge und Uhren wurden in Strafverfahren sichergestellt oder gepfändet, wie das Amtsgericht Stuttgart mitteilte.
Die Auktion ist so außergewöhnlich, dass Justizminister Moritz Oppelt (CDU) am Montag gemeinsam mit dem Obergerichtsvollzieher des Stuttgarter Amtsgerichts, mit der Generalstaatsanwaltschaft und dem Auktionshaus Eppli zur gemeinsamen Pressekonferenz lädt.
780 PS - und gerade einmal 98 Kilometer
Das Prunkstück der Versteigerung trägt Grün Metallic und Scherentüren: ein Lamborghini Aventador Ultimae mit einem 780 PS starken V12-Saugmotor. Der Startpreis beträgt 380.000 Euro, der Schätzwert reicht bis zu 780.000 Euro. Auf dem Tacho stehen gerade einmal 98 Kilometer - der Supersportwagen ist damit praktisch fabrikneu.
Wem die Sportautos und Nobeluhren gehörten, verrät das Justizministerium nicht. Die Gegenstände stammen aber aus Verfahren im Zuständigkeitsbereich der Taskforce Finanzkriminalität. Die Ermittlungseinheit verfolgt herausgehobene Fälle von Geldwäsche sowie organisierter Wirtschafts- und Steuerkriminalität.
Bitcoin-Erbe unterschlagen?
Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur geht es unter anderem um den Fall eines mutmaßlich unterschlagenen Krypto-Erbes in Millionenhöhe.
Wegen des Verdachts der Geldwäsche und Steuerhinterziehung hatten Ermittler im Frühjahr Wohnungen und Geschäftsräume unter anderem in den Landkreisen Freudenstadt, Ludwigsburg und Esslingen durchsucht. Dabei beschlagnahmten sie Kryptowährungen im Wert von rund 64 Millionen Euro, hochwertige Autos und Motorräder, teure Uhren sowie Bargeld.
Mehrere Personen sollen nach einem Erbfall Bitcoin und andere digitale Währungen einer Erbschaft entzogen und anschließend deren Herkunft verschleiert haben, wie die Taskforce Finanzkriminalität damals mitteilte.