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Baden-WürttembergWas Hitze und Trockenheit für Pilzsammler bedeuten

03.10.2026, 04:02 Uhr
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(Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp)

Für Pilzsammler ist im Herbst eigentlich Hochsaison. Mit Körbchen und Pilzmesser ausgestattet suchen sie Leckerbissen im Wald. Doch wie sehr haben die Pilze unter dem extremen Wetter gelitten?

Baltmannsweiler (dpa/lsw) - Es ist Pilzzeit, aber vielerorts bleiben die Körbe leer. Nach dem heißen, trockenen Sommer wachsen in Baden-Württembergs Wäldern bislang deutlich weniger Pilze als sonst. Ob Regen die Ausbeute in diesem Herbst noch verbessern kann, ist offen.

"Das Jahr 2026 wird als extrem trockenes und pilzarmes Jahr - zumindest für die Region um Stuttgart - in die Statistiken eingehen", sagt der Pilzsachverständige Ralf Kohnen. Er leitet eine Pilzschule in Baltmannsweiler (Landkreis Esslingen). Wärme und geringer Niederschlag hätten den Böden zugesetzt.

Hoffnung auf Regen

Was fehlt, ist Regen: "Noch einiges an Regen", sagt Lothar Krieglsteiner, Leiter der Pilzschule Schwäbischer Wald in Ruppertshofen (Ostalbkreis). Trockenphasen könnten manche Pilze gut überstehen, erklärt der Biologe. Voraussetzung sei aber, dass die Trockenheit nicht über Jahre anhalte. "Genau das wird aber wahrscheinlich passieren", sagt er.

Der eigentliche Pilz, das unterirdische Myzel, sei gegenüber Trockenheit relativ widerstandsfähig, erklärt Kohnen. Empfindlicher sei der sichtbare Fruchtkörper: Bei Hitze könne er austrocknen. Nach Regen dauere es je nach Art unterschiedlich lange, bis Pilze sprießen. "Es gibt Pilze, die bilden nach zwei bis drei Tagen schon Fruchtkörper aus, andere brauchen dazu 10 bis 14 Tage", sagt Kohnen.

Von Wald zu Wald verschieden

Bislang habe sich die Lage durch die geringen Niederschläge im September noch nicht zufriedenstellend entwickelt, sagt Ralf Kohnen. Zumindest flächendeckend. Lokal gebe es große Unterschiede. "Wo zum Beispiel Quellen für immer gleichmäßig feuchte Böden sorgen, da wachsen dann auch die Pilze."

"Wir konnten an einem Tag im Welzheimer Wald 116 Pilzarten nachweisen. Einen Tag später im Schurwald nur knapp 40 Arten", sagt Kohnen. Die beiden Gebiete liegen rund 30 Kilometer auseinander. Der jüngste Regen rund um Stuttgart gibt jedoch endlich Anlass zur Hoffnung: "Wenn es die nächsten Tage weiterhin regnet, sieht es gut aus. In circa sieben bis zehn Tagen sollte sich dann noch etwas tun", schätzt der Pilzexperte.

Rund um Stuttgart hält Kohnen besonders den Schönbuch für ein interessantes Sammelgebiet. Auch Nordschwarzwald, Schurwald, Alb und Schwäbisch-Fränkischer Wald kämen infrage. Seine Kursteilnehmer hätten bereits Pfifferlinge, verschiedene Röhrlinge, Krause Glucken und Steinpilzarten entdeckt.

Vorsicht vor giftigen Doppelgängern

Inzwischen kämen auch wärmeliebende Pilzarten aus Südeuropa häufiger auch bei uns vor, sagt Kohnen. "So etwa der Ölbaumtrichterling, eine giftige Art, die leicht mit dem Pfifferling verwechselt wird", erklärt er. Wer einen Pilz nicht sicher bestimmen kann, sollte ihn nicht essen. Alle Sammler erinnert er zudem an die Bundesartenschutzliste: Unter Sammelverbot fallen alle Arten, die hier gelistet sind. Dazu zählten etwa die Saftlinge, die Rotkappen und die Semmel-Porlinge.

Quelle: dpa

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