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Berlin & BrandenburgAngriff auf Berliner Landesnetz - Kritik an Cybersicherheit

18.08.2026, 10:55 Uhr
Auf-Teile-der-Berliner-Senatsverwaltung-ist-ein-Hackerangriff-erfolgt

Ein Hackerangriff auf Teile der Berliner Senatsverwaltung stellt die Beschäftigten vor Herausforderungen - und löst eine Debatte um die Cybersicherheit aus. Ein IT-Experte sieht große Lücken.

Berlin (dpa/bb) - Nach einem Hackerangriff auf zwei Berliner Senatsverwaltungen kommt es zu schweren Beeinträchtigungen. Nach dpa-Informationen besteht keine Internetverbindung und Mailkommunikation, Arbeit im Homeoffice ist nicht möglich. "Wir sind praktisch arbeitsunfähig", zitiert der "Tagesspiegel" einen Mitarbeiter der Verkehrsverwaltung. "An einer Lösung bis morgen glaubt hier kaum einer."

Die Senatskanzlei hatte Montagnachmittag mitgeteilt, bei forensischen Untersuchungen sei eine "Inkriminierung des Landesnetzes" festgestellt worden. Betroffen seien die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen sowie die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Umwelt und Klimaschutz. Beide seien aus Sicherheitsgründen bereits am Freitag vom Landesnetz abgetrennt worden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Sensible Daten abgeflossen?

Den Beschäftigten der Senatsverkehrsverwaltung wurde nach dpa-Informationen am Freitagnachmittag mitgeteilt, dass ein IT-Update anstehe und wichtige Mails darum vor 17.00 Uhr versendet werden sollten. Später war kein Zugriff mehr auf Mails möglich. Sonntagabend sollen die Beschäftigten dann informiert worden sein, dass es IT-Probleme gebe und die noch andauern könnten.

Die Senatskanzlei machte wenig Angaben. "Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren konkreten Informationen zu Ausmaß und Hintergründen gegeben werden", hieß es. Unklar blieb auch, ob Daten abgeflossen sind. "Die forensischen Untersuchungen dauern an", teilte Senatssprecherin Christine Richter dazu auf Anfrage mit. Nach RBB-Informationen sollen jedoch sensible Daten abgeflossen sein.

IT-Experte: Berlin "sehr schlecht" aufgestellt

Der IT-Experte Manuel Atug hat die Cybersicherheit der Verwaltung kritisiert. Bei Anhörungen durch das Abgeordnetenhaus seien andere Experten und er einig gewesen, dass Berlin in diesem Bereich "sehr schlecht" aufgestellt sei.

"Als man ein paar Jahre später uns noch mal gebeten hat, ein Update dazuzugeben, weil man ja gewisse Maßnahmen ergriffen hätte, haben wir feststellen müssen, dass die Cybersicherheit in Berlin noch schlechter geworden ist", sagte Atug dem RBB. Verbesserungsvorschläge seien nicht umgesetzt worden.

Atug kritisierte zudem die derzeitige Krisenkommunikation. "Für gewöhnlich stellt man eine Webseite auf, wo man ein FAQ einsetzt. Also was sind die regelmäßig gestellten Fragen, was sind die Antworten, die man zu diesem Zeitpunkt geben kann", sagte Atug.

Staatsanwaltschaft ermittelt

Laut Senatskanzlei sind das Landeskriminalamt (LKA), die Staatsanwaltschaft Berlin und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eingeschaltet. Aufgrund des Vorfalls sei ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der dpa. Laut Senat wurde ein Notfallkrisenstab unter Leitung des Landesbevollmächtigten für Informationssicherheit eingerichtet, der die weiteren Schritte koordiniert.

Die Grünen-Fraktion will den Sicherheitsvorfall laut RBB an diesem Montag im Digitalausschuss des Abgeordnetenhauses besprechen. Der Abgeordnete Stefan Ziller forderte unter anderem Informationen ein, welche Daten abgeflossen seien und welcher Schaden damit angerichtet werden könnte. Die FDP forderte, Cybersicherheit dürfe nicht erst im Krisenfall Priorität haben. Berlin brauche endlich eine Verwaltung, "in der Informationssicherheit nicht als Aufgabe einzelner IT-Abteilungen verstanden werde, sondern als gemeinsame Sicherheitskultur", erklärte FDP-Generalsekretär Peter Langer.

Quelle: dpa

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