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Berlin & BrandenburgBauherr Lustrinelli: Union rettet Remis gegen Frankfurt

30.08.2026, 10:13 Uhr
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(Foto: Julius Frick/dpa)

Ein Abwehrpatzer, eine Aufholjagd und ein geplanter Transfer: Wie Union Berlin den Bundesliga-Auftakt erlebt und warum Lustrinelli kurz vor der Wiedervereinigung mit einem Meisterspieler steht.

Berlin (dpa/bb) - Um den aktuellen Leistungsstand des 1. FC Union Berlin zu veranschaulichen, stellte Trainer Mauro Lustrinelli seine Mannschaft plötzlich als Gebäude dar und schlüpfte in die Rolle eines Bauherrn. "Es ist, wie wenn man ein Haus baut. Zuerst braucht man die Fundamente und kann nicht mit dem Dach beginnen. Das Dach ist in unserem Fall das Spielprinzip. Bei uns ist das Dach der Teamspirit und jetzt bauen wir die Mauer", sagte der Schweizer.

So richtig schlau wurde man aus der Metapher nicht. Was ist jetzt das Unioner Fundament und was das Dach? "Ich bin nicht Bauherr, ich habe Wirtschaft studiert", schob Lustrinelli prompt hinterher. So, als traue er seinen eigenen Ausführungen selbst nicht so recht.

Wer das 3:3 kurz zuvor zum Bundesligaauftakt gegen Eintracht Frankfurt gesehen hat, wusste, was der Schweizer mit italienischen Wurzeln meinte: Die Unioner Basis ist der Teamspirit, die Leidenschaft und der Kampfgeist. Sonst hätten die Köpenicker wohl nicht mit einem späten Doppelschlag ein 1:3 in ein 3:3 umgewandelt. "Das 3:1 hätte der Killer sein können für uns, aber da sieht man, was wir für eine Truppe sind", befand Torschütze Tim Skarke.

Querfeld macht seinen Patzer gut

Nach der Führung durch Neuzugang Emmanuel Lathe Latt (3. Minute) verloren die Eisernen die Spielkontrolle - und Frankfurts Dreifachtorschützen Younes Ebnoutalib (10./11./67.) aus den Augen, der nur 51 Sekunden für seine ersten beiden Tore brauchte. Doch erst das dritte Gegentor des Frankfurter Stürmers rüttelte die Berliner wach. Leopold Querfeld (79.) und der eingewechselte Skarke (90.+3) machten die Aufholjagd perfekt.

"Von der Gefühlslage war heute alles dabei", sagte Querfeld, der das zweite Gegentor mit einem fatalen Patzer eingeleitet hatte. "Hat mir auch extrem leidgetan für die Mannschaft. Man arbeitet die ganze Vorbereitung auf so ein Spiel hin. Da dürfen solche Fehler nicht passieren", sagte der Innenverteidiger, der den Ball nach einem Rückpass nicht kontrollieren konnte.

Zumindest auf ihre Standardstärke können sich die Unioner bereits von Saisonbeginn an verlassen. Zwei der drei Tore fielen direkt nach einer Ecke. Spielerisch hingegen habe man noch Luft nach oben. "In alle Richtungen", merkte Lustrinelli an.

Neuer Mittelfeldspieler im Anflug

Dass ausgerechnet die sonst so gefürchtete Union-Abwehr patzte, ist auch eine Folge des neuen Spielsystems. Lustrinelli will Union-untypischen Offensivfußball spielen lassen. Die Umstellung von Fünfer- auf Viererkette ist bislang noch ein Draufzahlgeschäft und führt zu Abstimmungsproblemen. An das hohe Pressing muss sich jeder im Team noch gewöhnen.

"Wir haben natürlich auch die Formation umgestellt. Wir haben zwei gestandene Innenverteidiger verloren, haben Neuzugänge bekommen. Bis sich das einspielt, dauert natürlich. Aber jeder weiß, dass keine Zeit dafür ist", erklärte Torwart Matheo Raab. Und ein weiterer Neuzugang ist bereits im Anflug. Medienberichten zufolge sollen sich die Berliner mit Mittelfeldspieler Kastriot Imeri von den Young Boys Bern auf einen Wechsel geeinigt haben.

Damit wären Lustrinelli und sein Thuner Meisterspieler wieder vereint. Imeri war in der Vorsaison an den Aufsteiger, den Lustrinelli später sensationell zum Titel führte, ausgeliehen. Die medizinische Untersuchung soll am Montag stattfinden.

Quelle: dpa

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