Berlin & BrandenburgBergbau-Gigant F60 gesprengt - Woidke würdigt Bergleute

"Ein sehr emotionaler Moment": Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke verfolgt die Sprengung der Tagebau-Förderbrücke F60 im Lausitzer Kohlerevier.
Jänschwalde (dpa/bb) - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat die Sprengung der Förderbrücke F60 im ehemaligen Braunkohletagebau Jänschwalde als bewegendes Ende einer Ära mitverfolgt. "Es ist für mich heute ein sehr emotionaler Moment", sagte der SPD-Regierungschef. "Danke F60, du wirst lange in unserer Erinnerung bleiben." Mit der Sprengung der gigantischen Arbeitsmaschine für den Tagebau endet ein wichtiges Kapitel Lausitzer Bergbaugeschichte.
Die Förderbrücke F60 habe ihn seit seiner Kindheit und Jugend begleitet, sie habe sein Leben und das seines direkten Umfelds ein Stück weit mit geprägt, sagte Woidke. Er nannte die Umsiedlungen von Menschen, deren Dörfer dem Braunkohletagebau weichen mussten. Zudem ist Woidke auf einem Bauernhof in der Nähe des Tagebaus aufgewachsen.
"Dass alles funktioniert" – Woidke dankt Arbeitern
Der Ministerpräsident würdigte die Menschen, die über Jahrzehnte den Betrieb der Anlage gesichert hätten - oft unter extremen Bedingungen. Sie hätten maßgeblich zur Energieversorgung in großen Teilen Deutschland beigetragen.
Woidke sagte: "Die größte Dankbarkeit habe ich gegenüber den Menschen, die seit mehr als 50 Jahren dafür gesorgt haben, dass diese Anlage läuft, dass ein Rad in das andere greift, dass alles miteinander funktioniert und am Ende auch unsere lieben Nachbarn in Berlin jeden einzelnen Tag wissen, dass sie Strom haben - außer wenn in Berlin mal was schiefgeht." Nach einem Brandanschlag im Januar war im Südwesten der Hauptstadt Tage lang der Strom ausgefallen.
Der Koloss F60 war nach Angaben des Energieerzeugers Leag 500 Meter lang, 80 Meter hoch und aus 31.000 Tonnen Stahl.