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Berlin & BrandenburgGedenken an Terrorangriff mit Kerzen, Gebeten und Warnungen

07.10.2026, 11:05 Uhr
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Am 7. Oktober 2023 überfiel die islamistische Terrororganisation Hamas Israel und tötete mehr als tausend Menschen. In Israel und vielen anderen Ländern wird daran erinnert.

Berlin (dpa/bb) - Mit mehreren Gedenkveranstaltungen und einem Gottesdienst wird auch in Berlin an den Terrorangriff der islamistischen Hamas auf Israel vor drei Jahren erinnert. Bei einem Gedenk- und Toleranzgebet in der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin erinnerte Israels Botschafter Ron Prosor an das Leid der Opfer: "Jeder in Israel ist betroffen. Jeder kennt eine Familie, die einen Sohn, einen Vater, eine Mutter verloren hat."

Gemeinsam mit Rabbiner Yehuda Teichtal zündete Prosor eine Kerze an. Der Botschafter forderte ein entschlossenes Handeln gegen Antisemitismus ein: "Wir befinden uns heute in einer Zeit, wo man nicht mehr stumm sein kann. Die Brandmauer gegen Antisemitismus muss auf allen Seiten stattfinden, rechts und links." Man könne nicht wegschauen, sonst gebe es keinen echten moralischen Kampf, sagte er.

Spranger: Konsequentes Handeln gegen Hetze

Auch Berlins Innensenatorin Iris Spranger forderte anlässlich des Jahrestages ein entschlossenes Handeln gegen Antisemitismus. "Der Schutz jüdischen Lebens und das Existenzrecht Israels sind für uns nicht verhandelbar", erklärte die SPD-Politikerin. "Wer Jüdinnen und Juden bedroht oder angreift, greift auch unsere demokratische Gesellschaft und Grundordnung an." Die Innensenatorin versicherte, dass antisemitische Hetze und Straftaten konsequent von Polizei und Sicherheitsbehörden verfolgt würden.

Am Nachmittag gibt es ein zentrales Gedenken auf dem Bebelplatz an der Humboldt-Universität, dem Ort der Bücherverbrennung nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933. Neben dem israelischen Botschafter Prosor wird Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) dort sprechen.

Am Abend ist ein religionsübergreifender Gottesdienst in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche am Breitscheidplatz nahe dem Ku'damm geplant. Gestaltet wird er vom evangelischen Bischof Christian Stäblein, dem katholischen Erzbischof Heiner Koch und dem jüdischen Rabbiner Andreas Nachama. Auf das Brandenburger Tor wird anlässlich des dritten Jahrestages vom Abend bis Mitternacht die Fahne Israels projiziert.

Gebet, Installation, stilles Erinnern

Zudem gibt es zahlreiche weitere kleinere Gedenkveranstaltungen in der Hauptstadt: ein Gebet in der Zentralen Synagoge der Jüdischen Gemeinde, eine Installation der Jüdischen Studierendenunion am Pariser Platz, ein Gedenken der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Steglitz-Zehlendorf und ein stilles Erinnern des Bezirksamtes Lichtenberg.

Angekündigt sind allerdings auch zwei antiisraelische und propalästinensische Veranstaltungen, die sich gegen den Krieg Israels in Gaza mit tausenden Toten richten. Am Nachmittag (16.00 Uhr) soll es in Mitte nahe dem Checkpoint Charlie eine Demonstration mit dem Titel "Drei Jahre Völkermord. Stoppt den Gaza Genozid. Stoppt den Krieg" geben.

Demonstrationsaufrufe mit Feiern der Morde

Abends ab 18.00 Uhr wollen zudem Demonstranten unter dem Titel "Down with Colonialism" (deutsch: nieder mit Kolonisation) von Kreuzberg zum Hermannplatz in Neukölln ziehen. Angemeldet sind 150 Teilnehmer. Ursprünglich sollte der Startpunkt des Protestzugs am Schlesischen Tor sein. Die Polizei ordnete jedoch eine Verlegung zum Oranienplatz an, um eine örtliche Distanz zu möglichen Teilnehmern herzustellen, wie es hieß.

Hintergrund sind Aufrufe im Internet mit Gewaltverherrlichungen. Die Polizei ermittelt deswegen. Der Terrorangriff der islamistischen Hamas wird dort als "Leuchtfeuer der Standhaftigkeit" bezeichnet. Abgebildet ist dazu eine Planierraupe, die einen Zaun und Stacheldraht durchbricht. Mit solchen Planierraupen fuhren die Terroristen am 7. Oktober 2023 aus Gaza durch den Grenzzaun auf israelisches Gebiet, um dort die Massaker an Bewohnern und anderen Menschen zu verüben.

Quelle: dpa

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