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Berlin & BrandenburgMobilfunknetz soll bei Katastrophen besser funktionieren

11.08.2026, 15:04 Uhr
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Stromausfall, kein Handynetz, keine Notrufe: Berlin will mit einer neuen Strategie Ausfälle beim Mobilfunk in Krisensituationen begrenzen. Welche Rolle Katastrophenschutz-Leuchttürme dabei spielen.

Berlin (dpa/bb) - Das Mobilfunknetz in Berlin soll künftig bei Katastrophen wie dem großen Stromausfall im Januar stabiler funktionieren. Der Senat vereinbarte mit den vier großen Netzbetreibern dazu ein entsprechendes Maßnahmenpaket, wie Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) mitteilte.

Ein wichtiger Punkt dabei: Die sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürme in den Bezirken sollen in Zukunft auch eine funktionierende Infrastruktur für Handyempfang bieten. Das Mobilfunknetz soll etwa bei einem Stromausfall zumindest in der Umgebung dieser Anlaufpunkte nutzbar sein. Hinzu kommen Auflademöglichkeiten für Mobilgeräte.

Bisher waren die "Leuchttürme" in Rathäusern oder anderen öffentlichen Gebäuden als Anlaufpunkte zur Versorgung und Information von betroffenen Menschen konzipiert. Ihr Aufgabenspektrum wird nun also erweitert.

Anschlag löste Stromausfall

Wegen eines mutmaßlich von Linksextremisten begangenen Brandanschlags auf Kabel am 3. Januar waren im Berliner Südwesten 100.000 Menschen in 45.000 Haushalten und gut 2.000 Gewerbebetriebe vielfach tagelang ohne Strom und damit oft auch ohne Heizung.

Auch Festnetztelefone, Mobilfunk und Internet waren zeitweise lahmgelegt, vor allem in der Anfangsphase der Krise. Nicht einmal Notrufe waren möglich, Warnmeldungen konnten nicht empfangen werden. Am 7. Januar war die Stromversorgung wieder für alle hergestellt.

Notstrom für Funkmasten

Der Maßnahmeplan zu den Kommunikationsnetzen ist nach den Worten Giffeys eine Konsequenz aus dem Ereignis. Er umfasst auch bessere Meldeketten und schnellere Zugänge für Reparaturtrupps zu den 3.300 Funkmasten in der Stadt.

Zudem sind bessere Möglichkeiten zur Notstromversorgung dieser Masten geplant, die sich oft auf Dächern befinden. Ziel ist auch, dass Betroffene in den fraglichen Gebieten zumindest einen Notruf absetzen und Warnmeldungen empfangen können. Giffey geht davon aus, dass die Umsetzung der Maßnahmen teils bis 2027 dauert.

"Verbesserungsbedarfe erkannt"

"In der Krisensituation nach dem Anschlag auf unser Stromnetz zu Beginn des Jahres hat sich gezeigt, wie essenziell eine funktionierende Mobilfunkkommunikation ist", sagte die Senatorin. "Wir haben Verbesserungsbedarfe erkannt und in den letzten Monaten intensiv mit den Mobilfunkbetreibern daran gearbeitet, genau dort auch zu Verbesserungen zu kommen."

Ziel sei, Ausfälle künftig besser zu verhindern, ihre Auswirkungen zu begrenzen und im Krisenfall schneller wieder handlungsfähig zu sein. "Die Notfallkommunikation muss auch in massiven Krisenlagen verlässlich gewährleistet sein."

Quelle: dpa

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