ThüringenThüringer Unternehmen weltweit bei Rohstoffgewinnung dabei

Es geht um die Gewinnung von Lithium für Batterien in Südamerika oder Projekte in Spanien und im Erzgebirge: Die Thüringer Spezialfirma K-UTEC AG in Sondershausen ist weltweit unterwegs.
Sondershausen (dpa/th) - Bolivien, Chile, Argentinien oder Spanien - die Thüringer Forschungs- und Ingenieurgesellschaft K-UTEC AG in Sondershausen mischt weltweit bei Projekten zur Rohstoffgewinnung mit. Das Unternehmen sei in mehr als 40 Ländern unterwegs, sagte Vorstandschef Heiner Marx in Sondershausen. Die K-UTEC AG, die ihre Wurzeln in der Kali-Forschung in Nordthüringen hat, begeht am 19. August ihr 75-jähriges Bestehen.
Einer der Schwerpunkte liege derzeit auf der Gewinnung von Lithium vor allem aus Salzseen in Südamerika, so Marx. Lithium wird vor allem für Akkus und Autobatterien gebraucht. Auch Magnesium sei ein gefragtes Element, bei dem K-UTEC Projekte begleite. Magnesium werde unter anderem für Leichtbauteile in der Automobil- und Luftfahrtindustrie eingesetzt und stehe auf der EU-Liste kritischer Rohstoffe.
"Noch nie rote Zahlen geschrieben"
Derzeit laufe beispielsweise im nordthüringischen Bleicherode ein vom Land Thüringen gefördertes Projekt zur Magnesiumgewinnung. Es sei allerdings noch im Stadium von Forschung und Entwicklung. "In den Kali-Lagerstädten in Deutschland gibt es riesige Mengen Magnesiumchlorid", sagte Marx. Es gehe darum, wie sie für die Gewinnung von reinem Magnesium für die Industrie genutzt werden können. Thüringen ist reich an Kali-Lagerstätten, von denen viele nach Grubenschließungen in den 1990er Jahren ungenutzt sind.
Sein Unternehmen biete in den Bereichen Rohstoffgewinnung und Bergbau ein breites Spektrum, so der Vorstandschef. Es reiche von der Erkundung von Lagerstätten und ihrer Bewertung über Verfahrensentwicklung und Anlagenplanung bis zur Nutzung unterirdischer Hohlräume, sagte Marx. "Seit Gründung haben wir noch nie rote Zahlen geschrieben." Beschäftigt würden 120 Mitarbeiter, vor allem Spezialisten. Das Unternehmen verfüge über ein Technikum für Pilotanlagen.
Umweltschutz: Salz aus Sickerwasser von Halden
Nach Angaben von Marx hat auch Deutschland Lithium-Vorkommen, beispielsweise im Oberrheingraben, aber auch in den Wässern ehemaliger Gaslagerstätten. "Da stehen wir noch am Anfang", sagte Marx. K-UTEC entwickle Prozesse und Verfahren, um Lithium aus Lösungen heraus zu filtern. Es gebe aber auch Lagerstätten im festen Gestein. Marx nannte Zinnwald im Erzgebirge. Das Thüringer Unternehmen arbeite auch an Umweltprojekten wie der Entsalzung von Sickerwasser aus Halden. "Da marschieren wir vorn mit."
Nach eigenen Angaben reicht die Unternehmensgeschichte in die Forschungs- und Entwicklungsarbeit für den Kali- und Steinsalzbergbau der 1950er Jahre in der DDR zurück. 1992 übernahm Marx Bereiche der ehemaligen Kaliforschung und baute mit Kollegen die Ingenieur- und Forschungsgesellschaft auf.