Berlin & BrandenburgMuseumsdirektor: "Bezahltes Fitnessstudio" in der Brotfabrik

Heute ist er umgeben von Dinosaurierskeletten, Hunderten ausgestopfter Tiere oder Mineralien und forscht zu deren Geschichte. Erste Brötchen hat Johannes Vogel in einem ganz anderen Umfeld verdient.
Berlin (dpa/bb) - Als "tolle Schule fürs Leben" sieht Johannes Vogel, Generaldirektor des Museums für Naturkunde Berlin, seinen ersten Job. Als 16-Jähriger hat der Botaniker neben der Schule und in den Ferien in Bielefeld in Nordrhein-Westfalen in einer Brotfabrik geschuftet. "Heiße, körperlich sehr herausfordernde Arbeit am Ofen und beim Saubermachen. Bezahltes Fitnessstudio!", schilderte Vogel dem "Tagesspiegel"-Newsletter "Checkpoint".
Er sei einfach zu der Fabrik gegangen und habe nach einem Job gefragt – und es sei immer Arbeit da gewesen – für vier, acht oder zwölf Stunden, je nachdem, wie viel einem möglich gewesen sei. "Ich wurde auch als 16-Jähriger voll integriert in eine hart arbeitende, spannende, bunte und geerdete Gemeinschaft aus West-Deutschen, aus der DDR Freigekauften und Menschen mit Migrationshintergrund", berichtete der 63-Jährige. Das sei ein gutes Kontrastprogramm zum humanistischen Gymnasium in Bielefeld gewesen.