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Berlin & BrandenburgNeue Medizin-Uni: Brandenburgs Rezept gegen Hausärztemangel

17.09.2026, 12:21 Uhr
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(Foto: Britta Pedersen/dpa)

In vielen Orten in Brandenburg fehlen Hausärzte - das Problem wächst in den nächsten Jahren. Welche Therapie setzt Brandenburg dagegen?

Potsdam/Cottbus (dpa/bb) - Brandenburg setzt gegen den wachsenden Mangel an Hausärzten auf die neue Medizinische Universität Lausitz (MUL) in Cottbus. "Wir bilden genau da Ärztinnen und Ärzte aus, wo wir sie auch brauchen", sagte Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) in einer Aktuellen Stunde im Landtag. Zum Semesterstart im Oktober beginnen dort 36 Studentinnen und Studenten.

Die Medizin-Studenten sollen lange vor dem Studienende ein Gewinn für die Versorgung sein: "Diejenigen, die jetzt beginnen, sind natürlich, wenn sie Fachärzte werden, irgendwann in zwölf Jahren fertig", sagte der MUL-CT-Vorstandschef Eckhard Nagel. "Aber sie arbeiten natürlich nach sechs Jahren auch schon in der Notaufnahme, in der Allgemeinchirurgie, in der inneren Medizin, um sich fortzubilden, und auch in den niedergelassenen Praxen sind sie ja schon da." Zugleich bringe eine Professorin für Allgemeinmedizin sechs Leute mit, die die Versorgung stärken.

Der Landtag beschloss mit Mehrheit die Einführung einer Landarztquote, mit der voraussichtlich zehn Prozent der Erstsemester-Studienplätze an der Medizin-Uni für angehende Landärzte reserviert werden, wenn sie sich verpflichten, später in Brandenburg tätig zu werden.

Hausärzte fehlen in vielen Orten

Der Hausarztmangel wächst: Rund ein Drittel der rund 1.700 Hausärztinnen und Hausärzte in Brandenburg ist 60 Jahre und älter. Mehr als 300 Versorgungsaufträge sind laut Kassenärztlicher Vereinigung (KVBB) unbesetzt. In Cottbus - dem Sitz der Medizin-Uni - errichtet die KVBB wegen der angespannten Versorgungslage eine eigene Hausarztpraxis befristet bis Ende 2028. Die Einrichtung soll vor allem Patientinnen und Patienten mit akutem Behandlungsbedarf auffangen.

Gesundheitsminister: "Es ist lösbar"

Gesundheitsminister René Wilke (SPD) sieht eine große Herausforderung, er zeigte sich aber zuversichtlich, die Lage zu verbessern: "Es ist lösbar und wir werden es lösen." Dabei setzt er zum Beispiel auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Praxis.

Die Opposition sieht das kritischer. Die ersten Medizinstudenten aus Cottbus würden frühestens Ende der 30er Jahre fertig, meinte die Gesundheitspolitikerin Daniela Oeynhausen. "Das löst die Probleme nicht." Der Parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Fraktion, Falk Peschel, sieht einen Ersatzbedarf von rund 570 über 60-jährigen Hausärzten, die überwiegend innerhalb der kommenden zehn Jahre ausscheiden.

Quelle: dpa

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