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Berlin & BrandenburgPotsdamer Kultureinrichtungen gründen Notfallverbund

15.10.2026, 11:24 Uhr
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Potsdams Kultureinrichtungen bergen Güter von unschätzbarem Wert. Was ist zu tun, wenn Brände oder Starkregen die Bestände bedrohen? Ein Notfallverbund soll sich nun dieser Frage annehmen.

Potsdam (dpa/bb) - Was passiert eigentlich mit Potsdams Kulturschätzen bei Notfällen oder Havarien? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein neu gegründetes Bündnis aus 13 Potsdamer Kultureinrichtungen. Der Notfallverbund solle Konzepte entwickeln, etwa für Brände, Hochwasser oder technische Havarien, hieß es in einem Schreiben der Stadtverwaltung.

Die Szenarien seien vielfältig, sagte der Chef der Potsdamer Feuerwehr, Ralf Krawinkel. "Brandereignisse, Schäden durch Sturm oder ein Schaden, der durch Wasser entsteht, sei es durch Löschwasser oder durch Regen und Starkregen", erklärte er. "Alles das, was Kulturgut gefährdet und alles das, was Kulturerbe gefährdet, gilt es über den Notfallverbund zukünftig darzustellen und die entsprechenden Interventionsmaßnahmen zu definieren."

Häuser müssen Kulturgüter priorisieren

Etwa bei Bränden gelte es auch zu priorisieren, führte Krawinkel aus. "Das muss durch die Häuser erfolgen." Die Einrichtungen müssten hinterlegen, was am "wichtigsten und was am wenigsten wichtig" ist. "Und dann kann auch gezielt und planmäßig die Reihenfolge abgearbeitet werden im Schadensfall." Bei der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten gibt es nach Angaben der Stiftung bereits solche Listen.

Mit dem Verbund schaffe man ein "Netzwerk, das im Ernstfall schnell und verlässlich" handeln könne, führte eine Sprecherin der Stadtverwaltung aus. Dabei gehe es primär nicht um die technische Ausstattung, sondern darum, zu wissen, wer helfen kann und was konkret gebraucht wird. Man gehe davon aus, dass die Gründung des Notfallverbundes Signalwirkung für das ganze Bundesland habe und andere Einrichtungen und Gemeinden nachziehen.

Anna Amalia Bibliothek, Notre-Dame und Kölner Stadtarchiv

Schadensereignisse könnten binnen kürzester Zeit unersetzliche Kulturgüter gefährden. Beispiele seien etwa der Brand der Kathedrale Notre-Dame, der Einsturz des Kölner Stadtarchivs oder der Brand in der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar. Teil des Notfallverbundes sollen daher auch Begehungen und gemeinsame Übungen sein. Zudem soll die Zusammenarbeit mit den Behörden und der Feuerwehr, der Polizei und dem THW gestärkt werden.

Bereits bestehende Verbünde

Potsdam ist mit einem solchen Verbund kein Vorreiter. Im Bund gibt es laut Stadtverwaltung bereits etwa 60 Notfallverbünde - einer der ersten war 1997 der und Berlin-Brandenburger Archive. In Cottbus, Frankfurt (Oder) und im Landkreis Elbe-Elster gibt es ebenfalls solche Vereinbarungen.

Quelle: dpa

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