Berlin & BrandenburgStudie: Berlin wird wachsen, Brandenburg schrumpfen

Das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung geht bis 2045 von einem moderaten Schrumpfen der Bevölkerung in Deutschland aus. Regional gibt es auch in Berlin und Brandenburg große Unterschiede.
Berlin (dpa/bb) - Berlin kann einer Studie zufolge in den kommenden Jahren mit einem weiteren Bevölkerungswachstum rechnen, während die Bevölkerung in Brandenburg voraussichtlich schrumpfen wird. In Berlin sei das größte Bevölkerungswachstum im Vergleich der Länder zu erwarten - mit einem Plus von 9,5 Prozent bis 2045, heißt es in der Studie "Die demografische Lage der Nation" des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Brandenburg dürfte im selben Zeitraum demnach moderat um etwa 1,8 Prozent schrumpfen.
Wachstum und Schrumpfung liegen demnach nah beieinander: Noch größere Zuwächse bei der Bevölkerung als Berlin dürften der Landkreis Dahme-Spreewald (plus 17 Prozent) und die Stadt Potsdam (13 Prozent) erwarten. Zu den Verlierern in Brandenburg dürften der Studie zufolge die nördlichen und südlichen Grenzregionen des Bundeslands gehören. In den Kreisen Spree-Neiße, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz wird ein Rückgang der Bevölkerung von 20 bis 25 Prozent erwartet.
Brandenburg sticht hervor
Brandenburg hat sich laut der Studie in der Vergangenheit überdurchschnittlich gut entwickelt: Die vergleichsweise geringen Schulden und die Arbeitsmarktteilhabe von Frauen stechen hier hervor. In der Dimension Soziales steht Brandenburg ebenfalls recht gut dar, was auf viel Erholungsfläche pro Kopf und eine vergleichsweise geringe Kinderarmut zurückgehe, so die Autoren der Studie. Auf dem Spitzenplatz liegt Brandenburg bei den Wanderungsbewegungen.
Berlin bleibt der Prognose zufolge weiterhin jung. Zwar gehe die Bevölkerung unter 20 Jahren bis 2045 um 1,8 Prozent zurück, gleichzeitig wachse aber die Zahl der 20- bis 67-Jährigen, also derjenigen im erwerbsfähigen Alter, um 13,6 Prozent, so die Autoren der Studie. Das ist der größte Zuwachs unter den Bundesländern.
Deutschlandweit wird Bevölkerung zurückgehen
Insgesamt dürfte die Bevölkerung Deutschlands bis 2045 auf rund 81,8 Millionen Menschen schrumpfen. Für die Studie hat das Berlin-Institut gemeinsam mit der Wüstenrot-Stiftung zum fünften Mal die 400 Kreise und kreisfreien Städte untersucht. In das bundesweite Bewertungssystem fließen 26 Indikatoren aus Demografie, Wirtschaft, Bildung und sozialen Bedingungen ein. Die entscheidende Frage sei nicht, ob Deutschland wachse oder schrumpfe, sondern wo, sagte Catherina Hinz, Direktorin des Berlin-Instituts.