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Hamburg & Schleswig-HolsteinTüv-Report: Mängel an zwei Drittel der geprüften Aufzüge

17.03.2026, 11:49 Uhr
Wird-ein-gefaehrlicher-Mangel-festgestellt-muss-der-Aufzug-teils-umgehend-stillgelegt-werden

Kaputter Notruf, defekte Kabinentüren oder verschlissene Seile: An Hamburger Aufzügen, die vom Tüv Nord untersucht wurden, gab es 2025 viel zu bemängeln.

Hamburg (dpa/lno) - Knapp 67 Prozent der Aufzüge im Hamburg, die Tüv Nord 2025 geprüft hat, hatten Mängel. Bei 9,5 Prozent der 12.878 Aufzüge waren erhebliche Mängel festgestellt worden, wie aus einer Auswertung der Prüfgesellschaft hervorgeht. Dazu zählen unter anderem verschlissene Seile und Riemen sowie Mängel an der elektrischen Sicherheitseinrichtung wie eine defekte Erdung.

Bei 0,6 Prozent der geprüften Anlagen wurden laut Tüv gefährliche Mängel festgestellt. Das sind unter anderem fehlende oder defekte Fangeinrichtungen, defekte Geschwindigkeitsbegrenzer, ein kaputter Notruf sowie defekte Schacht- und Kabinentüren. Die Konsequenz derartiger Mängel könne an Aufzügen die sofortige Stilllegung sein, "da sie eine direkte Gefahr für Leib und Leben darstellen", erläutert der Tüv Nord.

Zu den bei rund 57 Prozent der Aufzüge festgestellten geringen Mängeln zählt der Tüv ausgefallene einzelne Leuchten in der Aufzugkabine, im Schacht oder im Maschinenraum. Auch fehlende oder nicht lesbare Hinweise für die Passagiere zu Tragfähigkeit und Notruf fallen in diese Kategorie. Dem Tüv zufolge gab es im Vergleich von 2024 zu 2025 kaum Veränderungen bei den Quoten.

Bundesweiter Anstieg der Mängel – vor allem wegen Cybersicherheit

Die Zahl der Mängel bei Hamburger Aufzügen ist kein Ausreißer: Den Angaben zufolge ähneln sie dem Bild aus dem heute veröffentlichten Anlagensicherheitsreport des Tüv-Verbands für ganz Deutschland. Demnach wiesen bundesweit knapp zwei Drittel der vom Tüv untersuchten Aufzüge im vergangenen Jahr geringfügige Mängel auf. Das waren mehr als 4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und fast 22 Prozentpunkte mehr als 2023.

Ein wesentlicher Grund für diesen Anstieg seien Defizite bei der Cybersicherheit, erläuterte der Tüv. "Die Betreiber sind seit mehreren Jahren dazu verpflichtet, entsprechende Schutzmaßnahmen umzusetzen und diese zu dokumentieren", hieß es. Fehle der Nachweis, führe das zu einem geringfügigen Mangel.

Bei mehr als jedem zehnten Aufzug in Deutschland wurden erhebliche Mängel festgestellt, bei 0,8 Prozent gefährliche Mängel. 3.000 dieser Aufzüge wurden unverzüglich stillgelegt, weil sie eine Gefahr für Leib und Leben darstellten. Bundesweit wurden im vergangenen Jahr knapp 723.300 Aufzugsanlagen von den Tüv-Prüfgesellschaften untersucht.

Eine Zahl, wie viele Aufzüge es insgesamt in Hamburg gibt, lag dem Tüv Nord nicht vor. Jeder Aufzugbetreiber kann selbst entscheiden, welche Prüforganisation er beauftragt.

Quelle: dpa

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