Hamburg & Schleswig-HolsteinHolstein Kiel bleibt sieglos – Frust nach erneutem Remis

Eigentor, Platzverweis und nur ein Punkt: Holstein Kiel bleibt nach dem 1:1 gegen den VfL Osnabrück weiter ohne Sieg. Trainer Tim Walter fordert mehr Konsequenz im Abschluss.
Kiel (dpa/lno) - "Brutal verärgert", "Brutal frustrierend", "Maximal ärgerlich". Angreifer Phil Harres, Torhüter Timon Weiner und Trainer Tim Walter waren sich einig, dass für die Zweitliga-Fußballer von Holstein Kiel am Samstag weitaus mehr drin gewesen wäre, als das 1:1 (1:0) gegen den Aufsteiger VfL Osnabrück. Nach dem enttäuschenden Remis bleiben die Schleswig-Holsteiner das einzig sieglose Team in der 2. Liga und gefährlich nahe am Tabellenende.
"Wir haben uns viel vorgenommen und das auch gut auf den Platz gebracht", sagte Weiner. In der Tat waren die "Störche" nach einer eher schleppenden Anfangsphase das überlegene Team. Doch zur Wahrheit gehört auch: Aus dem Ballbesitz, der phasenweise bei weit über 60 Prozent lag, machte Kiel zu wenig.
"Pass zu unserer Situation"
Was dann nach der Führung passierte, charakterisierten Harres und Walter übereinstimmend so: "Das passt zu unserer Situation." Der Elfmeter-Torschütze und der Trainer der Kieler meinten damit zunächst das Eigentor von Hiroki Sekine und später den Platzverweis von David Zec, durch den Holstein die Partie in Unterzahl beenden musste. "Wir stellen uns wieder selbst ein Bein. Das ist ärgerlich und superenttäuschend", sagte Schlussmann Weiner.
Die erste seiner beiden Gelben Karten hatte Zec für eine vermeintliche Schwalbe im Osnabrücker Strafraum gesehen. Coach Walter nahm seinen Abwehrspieler aber in Schutz: "Die erste Gelbe war definitiv keine. Aber wir müssen das akzeptieren und suchen keine Ausreden."
In der Gesamtbetrachtung der Partie analysierte der 50-Jährige: "Wir hadern mit dem Ergebnis, aber nicht mit der Art und Weise. Wir müssen das Tor mehr erzwingen."
Test in der Pause gegen Viborg FF
In der etwa dreiwöchigen Unterbrechung des Ligabetriebs wegen der Länderspiele gibt es für die "Störche" viel zu tun. "Wir müssen die Pause gut nutzen", sagte Weiner. Teamkollege Harres ergänzte: "Es muss unser nächster Schritt sein, dass wir uns endlich belohnen."
Am 9. Oktober geht es für Kiel weiter. Dann folgt die Partie beim Nordrivalen Eintracht Braunschweig. Die punktgleichen Niedersachsen stehen aktuell wegen der besseren Tordifferenz vor Holstein. Um im Wettkampfmodus zu bleiben, gibt es während der Länderspielpause ein Testspiel. Am 3. Oktober geht es in Malente gegen den dänischen Erstligisten Viborg FF.