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Hamburg & Schleswig-HolsteinRund 136 Nutztiere in diesem Jahr von Wölfen getötet

29.08.2026, 04:31 Uhr
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Immer wieder töten Wölfe in Schleswig-Holstein Schafe oder verletzen Nutztiere. Und das, obwohl im nördlichsten Bundesland vergleichsweise eher wenige Wölfe leben.

Kiel (dpa/lno) - In diesem Jahr sind in Schleswig-Holstein bis Anfang August rund 136 Nutztiere - meist Schafe - durch bestätigte Wolfsrisse getötet und mehrere weitere verletzt worden. "Einige Fälle befinden sich noch in der fachlichen Bewertung", teilte die Sprecherin des Landesamtes für Umwelt Schleswig-Holstein der Deutschen Presse-Agentur mit.

Im ersten Halbjahr 2025 wurden demnach rund 123 Nutztiere bei bestätigten Wolfsübergriffen getötet. Nach aktuellem Stand wurde auch in diesem Jahr kein Riss hinter einem vollständig intakten wolfsabweisenden Zaun festgestellt, teilte die Sprecherin mit. Die speziellen Zäune haben sich laut Landesamt-Sprecherin als "wirksame Präventionsmaßnahme erwiesen".

Zaun-Kosten übernimmt mancherorts das Land

Um Weidetierschäden durch Wölfe weitestgehend zu vermeiden, werden Weidetierhalter in Schleswig-Holstein gebeten, sich auf eine mögliche Anwesenheit von Wölfen einzustellen und ihre Tiere durch geeignete Präventionsmaßnahmen zu schützen. Dies gilt insbesondere für Tierhalter, deren Weideflächen innerhalb der ausgewiesenen Wolfspräventionsgebiete liegen.

Das sind Gebiete, in denen ein flächendeckender Schutz von "besonders gefährdeten Nutztieren" erforderlich ist. Diese Flächen werden vom Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur zum Wolfspräventionsgebiet erklärt, beispielsweise wenn sich ein Wolf oder ein Rudel über mindestens sechs Monate hier aufhält oder es eine aktuelle Riss-Serie gibt.

Innerhalb dieser Gebiete können nach Antragstellung die Kosten für Präventionsmaßnahmen vom Land Schleswig-Holstein übernommen werden. Außerhalb der Wolfspräventionsgebiete ist eine Kostenübernahme nicht vorgesehen. "Dies könnte ein Grund dafür sein, dass dort weniger Präventionszäune errichtet werden", teilte das Landesamt mit. Zudem werden außerhalb der Wolfspräventionsgebiete nur vereinzelt Wolfsrisse festgestellt.

Risse in SH: mehrere verschiedene Wölfe unterwegs

Einen Wolf, der bei den Rissen besonders oft auffällig wurde, habe es laut Sprecherin zuletzt nicht gegeben. "Bei den bisher untersuchten Rissereignissen wurden verschiedene Wölfe nachgewiesen."

In Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Landesamts für Umwelt mit geschätzt aktuell sechs Tieren nur wenige Wölfe, die hier resident sind. Derzeit sind ein Paar in Segeberg mit aktuell zwei adulten Tieren, ein Paar im Sachsenwald mit zwei adulten Tieren und einem Rudel in der Langenlehstener Heide (Kreis Herzogtum Lauenburg) mit zwei Adulten und einer bisher unbestimmten Anzahl an Welpen als Territorial nachgewiesen.

In Deutschland gab es laut Bundesamt für Naturschutz 2024/2025 insgesamt 219 bestätigte Wolfsrudel, 43 Wolfspaare und 14 sesshafte Einzelwölfe - 2023/2024 waren es insgesamt 209 bestätigte Wolfsrudel mit gut 1.600 Tieren. Das Vorkommen konzentriert sich auf das Gebiet von Sachsen in nordwestlicher Richtung über Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen.

Quelle: dpa

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