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Rheinland-Pfalz & SaarlandUngebetene Gäste - Wildschweine verwüsten Grabstätten

29.08.2026, 03:31 Uhr
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Aufgewühlte Erde und herausgerissene Blumen - Wildschweine sorgen auf Friedhöfen in Rheinland-Pfalz für Ärger. Warum sich die Tiere dort besonders wohlfühlen.

Mainz (dpa/lrs) - Was als Einzelfall begonnen hat, entwickelt sich mancherorts zu einem Problem: Wildschweine beschädigen in einigen Städten in Rheinland-Pfalz Gräber. So etwa in Koblenz, Kaiserslautern und Trier. Besonders betroffen sind Friedhöfe in Waldnähe. Die Städte Mainz und Worms dagegen haben das Problem nach eigener Aussage nicht.

Friedhöfe seien für Wildschweine besonders attraktiv, berichtete Frederik Grüneberg vom Landesjagdverband. Solche "beruhigten Flächen" böten ihnen reichlich Nahrung in Form von Pflanzen, Wurzeln und Insekten. Zudem seien sie für die Tiere oft sichere Rückzugsräume, weil dort nicht gejagt werden dürfe. Vor allem Friedhöfe in Waldnähe seien bei Wildschweinen beliebt, weil sie diese einfach erreichen könnten.

Auch Trockenheit ist ein Grund

In Kaiserslautern gruben Wildschweine Gräber auf dem Friedhof in Mölschbach regelrecht um, Blumen und Erde lagen um die Grabstätten verteilt, wie eine Stadtsprecherin berichtete. Das unmittelbar angrenzende Waldgebiet und viele Eichen auf dem Friedhof machten diesen attraktiv.

Die anhaltende Trockenheit sei auch ein Grund, berichtete Ilja Nudelmann von der Friedhofsverwaltung Koblenz. Wildschweine suchten gezielt nach feuchten Böden, Wurzeln und anderer Nahrung. Frisch gegossene Gräber böten dafür vergleichsweise gute Bedingungen.

Kommunen suchen nach Lösungen

Die Kommunen arbeiten gemeinsam mit Jagdbehörden an Konzepten, um Wildschweine dauerhaft fernzuhalten. Die Stadt Koblenz etwa setzt nach eigenen Angaben auf Ausnahmegenehmigungen zur Einzelbejagung.

Auch die Stadt Trier beklagt Wildschweinschäden auf Friedhöfen. Um dagegen vorzugehen, werden nach Angaben eines Sprechers unter anderem ältere Zäune auf den Anlagen durch neue ersetzt und Hinweisschilder an den Eingängen angebracht. Diese sollen dafür sorgen, dass die Besucher die Tore immer geschlossen halten.

Auf gute Zäune kommt es an

In Kaiserslautern wurde der Friedhofszaun nach Angaben der Stadt ebenfalls schrittweise "wildschweinsicher" gemacht. Eine konsequente Sicherung des Zugangs zu den Friedhöfen ist auch nach Ansicht des Landesjagdverbands die wirksamste. Dazu zählen stabile Zäune sowie selbstschließende Tore und Türen.

Für viele Angehörige ist die Situation allerdings belastend. Neben der Wiederherstellung der Grabstätten wiege vor allem der emotionale Schaden schwer, teilte etwa die Stadtverwaltung Koblenz mit.

Quelle: dpa

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