Rheinland-Pfalz & SaarlandSaarland zahlt Millionen für Frauenhaftplätze in Zweibrücken

Das Saarland hat keine eigenen Haftplätze für Frauen und zahlt jährlich Millionen an Rheinland-Pfalz. Wie viele Frauen derzeit in Zweibrücken inhaftiert sind.
Saarbrücken/Zweibrücken (dpa/lrs) - Das Saarland hat keine Haftplätze für Frauen: Daher werden weibliche Gefangene nach einer Vereinbarung mit dem Land Rheinland-Pfalz in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Zweibrücken untergebracht. 35 Haftplätze sind für Untersuchungs- und Strafhaft von jugendlichen und erwachsenen Frauen vorgesehen.
Seit Mitte 2016 wird die Zahl von 35 Haftplätzen durchgehend überschritten, teilt die saarländische Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage der CDU-Landtagsabgeordneten Dagmar Heib und Alwin Theobald mit. Ende Juli dieses Jahres waren 73 weibliche Gefangene in der JVA Zweibrücken untergebracht, Ende Mai und Ende Juni waren es jeweils 70.
Das Saarland rechnet die Haftplätze nach einem jährlich festgelegten Haftkostentagessatz ab: 2024 sind demnach Kosten von gut 3,9 Millionen Euro entstanden, die an Rheinland-Pfalz erstattet wurden, geht aus der Antwort hervor. 2023 sind es demnach rund 3,3 Millionen Euro gewesen, 2022 gut 3,5 Millionen Euro. Für 2025 und 2026 liegen noch keine Abrechnungen vor.