Hamburg & Schleswig-HolsteinSchulden der Kommunen um fast 20 Prozent gestiegen

Die kommunalen Schuldenberge wachsen. Die meisten, aber nicht alle Gemeinden haben Schulden. Und eine kreisfreie Stadt konnte ihre Außenstände immerhin reduzieren.
Kiel (dpa/lno) - Die Schulden der schleswig-holsteinischen Gemeinden und Gemeindeverbände sind im vergangenen Jahr weiter angestiegen. Die Schulden erhöhten sich im Vergleich zum Jahresende 2024 um 19,5 Prozent auf 5,6 Milliarden Euro, wie das Statistikamt Nord mitteilte.
Von den Schulden entfielen 3,2 Milliarden Euro auf die kreisangehörigen Gemeinden, 1,7 Milliarden Euro auf die kreisfreien Städte und 0,7 Milliarden Euro auf die Amts- und Kreisverwaltungen. Die Angaben beziehen sich auf die sogenannten Kernhaushalte der Kommunen.
Flensburg kann Schulden reduzieren
Unter den kreisfreien Städten gab es den höchsten Anstieg in Neumünster, wo die Schulden um mehr als 50 Prozent zunahmen. In Kiel und Lübeck stiegen die Schulden jeweils um etwa ein Fünftel. Flensburg konnte dagegen seine Schulden um 13 Prozent reduzieren.
368 Gemeinden ohne Schulden
Rein rechnerisch entfielen auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner Schleswig-Holsteins 1.909 Euro kommunalen Schulden. In den kreisfreien Städten war dieser Wert für Kiel mit 3.482 Euro am höchsten und für Flensburg mit 259 Euro am niedrigsten. Bei den Kreisgebietssummen wies der Kreis Pinneberg mit 2.560 Euro die höchste und der Kreis Stormarn mit 719 Euro die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung aus.
Von den 1.104 Gemeinden Schleswig-Holsteins hatten 368 zum Jahresende 2025 keine Schulden im nicht-öffentlichen Bereich - zwei weniger als im Jahr zuvor. Die meisten dieser schuldenfreien Gemeinden sind kleinere, amtsangehörige Gemeinden. Ihre durchschnittliche Bevölkerungszahl betrug nach Angaben der Statistiker 610 Einwohnerinnen und Einwohner.